Umstrittene Erweiterung Sauna auf der Kippe

Münsings Ortsplaner bewertet die vom Schlossgut Oberambach vorgesehene Wellnessanlage kritisch

Von Benjamin Engel, Münsing

Ohne Erweiterung und Wellnessbereich könnte das Geschäft für das Bio-Hotel Schlossgut Oberambach schwierig werden. So sieht es Geschäftsführer Maximilian Schwabe. Doch die Pläne, westlich der Remise Gebäude für einen modernen Wellnessbereich zu errichten, stehen auf der Kippe. Der von der Kommune eingeschaltete Ortsplaner Christian Weigl bewertet das Vorhaben an der teilweise denkmalgeschützten Anlage kritisch. Die geplante Dependance mit 20 Doppelzimmern im Südosten des Hauptgebäudes hält er hingegen für unproblematisch. Sie sei ein gelungener Dialog zwischen dem Winkelbau und dem Bestand, gibt Münsings Bauamtsleiter Stephan Lanzinger den Ortsplaner wieder.

Mit dieser Einschätzung ist Schwabe nicht einverstanden. Die Erweiterung des 40-Betten-Hauses sei erforderlich, um konkurrenzfähig zu bleiben, sagt er. Ohne großzügigen Wellnessbereich sei es sinnlos, die Kapazitäten zu vergrößern. Wenn das Hotel schon 20 neue Doppelzimmer baue, müsse es den Gästen gerade im Winter ein entsprechendes Entspannungsangebot bieten können. Deswegen wolle er sich umgehend mit den Verantwortlichen der Kommune und Ortsplaner Weigl treffen, um zu einer Lösung zu kommen.

Erstmals waren die Erweiterungspläne Ende November öffentlich geworden. Damals gab es im Gemeinderat kritische Anmerkungen. Denn das Hotel steht umgeben von Wiesen und Wäldern in Alleinlage auf einem Höhenzug am Ostufer des Starnberger Sees. Bislang erlaubt der Bebauungsplan nur Erweiterungen im Bereich der früheren Remise und des Reitstalls. Dafür erteilte der Gemeinderat vor etwa zwei Jahren sogar eine Baugenehmigung. Und daran möchten einige Gemeinderäte wie Umweltreferentin Christine Mair (Wählergruppe) nicht rütteln. Sie kritisierte schon im November, warum die Denkmal- und Naturschutzbehörden den Standort für das Bettenhaus befürwortet hatten.

Für die Hoteliersfamilie hat die Remise des ehemaligen Gutshofs mit Kern aus dem 15. Jahrhundert hohen "ideellen Wert". Laut Schwabe soll sie für Konzerte erhalten bleiben. Im Reitstall gebe es nur eine winzige Sauna. Darüber hinaus nutze das Hotel den Platz für Lagerflächen. Könne der Betrieb die geplanten Häuser für den Wellnessbereich westlich davon nicht bauen, werde es schwierig. Für einen Umbau sei der frühere Reitstall ungeeignet.

Im November hatte der Gemeinderat in Aussicht gestellt, den Bebauungsplan zu ändern - aber nur bei einer möglichst verträglichen Lösung. Wie viel die Erweiterung für das Hotel wohl bedeutet, machte Architekt Nori Schneider - er plant die Neubauten mit seiner Tochter Sandra - damals deutlich. Es gehe um die Wirtschaftlichkeit, sagte er. Kriege die Familie das nicht in den Griff, sei irgendwann Schluss. Vermeiden will die Gemeinde aber eine Zersiedelung im Umkreis des Hotels. Deshalb, so Lanzinger, habe der Ortsplaner sich gegen den Bau zusätzlicher Baumhäuser ausgesprochen.