Tutzing Widerstand gegen Funkmasten

Worum es den Gegnern des Mobilfunk-Neubaus geht

Gegen die beiden direkt an der Ortsgrenze geplanten Mobilfunkmasten auf Feldafinger und Bernrieder Flur formiert sich Widerstand: Besorgte Anwohner aus Tutzing meldeten sich auf der Bürgerversammlung am Montag in Feldafing zu Wort. Unterschriftenlisten kursieren schon länger in Tutzing und Feldafing. Wie berichtet, plant die Deutsche Funkturm GmbH, ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, am Tutzinger Ortsteil Kampberg und im Feldafinger Ortsteil Garatshausen die Aufstellung zweier Sendemasten. Sie will damit die Handy-Empfangslöcher entlang der Tutzinger Bahnlinie schließen und einen entsprechenden staatlichen Versorgungsauftrag erfüllen. Mobilfunk-Standorte, die Tutzing vor Jahren festgelegt hat, lehnte das Unternehmen ab und wich deshalb auf Nachbargrund aus.

Jetzt ist die Gemeinde Tutzing auf freiwillige Informationen der Telekom angewiesen, wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) im Gemeinderat darlegte. Dabei geht es etwa um den Zeitplan der Aufstellung und die Masthöhe. Die Rede ist von 35 Metern plus sieben Meter Antennenaufsatz. Greinwald will in engem Kontakt mit den Nachbarbürgermeistern Bernhard Sontheim (Feldafing) und Josef Steigenberger (Bernried) möglichst die Interessen der Tutzinger in Sachen Mobilfunk wahren.

Das war schon das Anliegen ihres verstorbenen Amtsvorgängers Rudolf Krug (ÖDP). Der hatte 2006 eine Mobilfunk-Initiative gegründet und damit in Tutzing seine kommunalpolitische Karriere begründet. Krugs Frau Carolin möchte dieses Thema ihres Mannes weiter verfechten. Ebenso wie Greinwald besuchte sie die Feldafinger Bürgerversammlung, in der auch Tutzinger ausnahmsweise kritische Fragen stellen durften, und sammelte innerhalb weniger Tage mehr als 200 Unterschriften. "Wir sind keine Verhinderer und uns geht es nicht um die Optik, wie viele denken", betont Carolin Krug. "Aber wir wollen ein optimiertes Konzept mit möglichst geringer Strahlung aus Sorge um unsere Gesundheit." Die Bahn könne wie andernorts mit kleineren Masten auskommen.

Tutzings ÖDP-Kreisrat Ulrich Kratzer, ebenfalls Mitstreiter vor zwölf Jahren, wohnt Am Schorn. "Die Häuser sind nur 50 bis 60 Meter vom geplanten Standort weg", sagt er, und spricht auch von einem möglichen Wertverlust. Kratzer sieht die Initiative von einer breiten Unterstützung in der Bevölkerung getragen. Er hält eine sachliche Info-Veranstaltung in Kürze für sinnvoll.