Tutzing Mandoki startet neue Karriere

Der Musiker und Sänger aus Tutzing geht in die Politik und kandidiert für die CSU bei der Landtagswahl

Von Gerhard Summer

TutzingAuf seiner Hompage hat er Zitate über sich gesammelt. Neben Statements von Regine Sixt, Peter Maffay und Till Brönner finden sich auch Sinnsprüche von Ilse Aigner und Edmund Stoiber, und das passt: Leslie Mandoki, 60, vormals Mitglied von "Dschinghis Khan", längst international erfolgreicher Musikproduzent, tritt als Zweitstimmenkandidat der CSU bei der Landtagswahl an. "Eine interessante" Bewerbung, wie Harald Schwab findet, der Chef des CSU-Kreisverbands Starnberg. Denn Mandoki sei ein Kandidat, "den man bei der CSU gar nicht erwarten würde", und könne "gerade beim Thema Integration viel beitragen". Der gebürtige Budapester war 1975 der "Diktatur in Ungarn entflohen", wie er sagt, und nach Deutschland gekommen.

Seit einem Jahr ist der Sänger und Musiker Mitglied bei der CSU Tutzing, bei Einladungen der Partei taucht er eher selten auf. Was auch damit zu tun hat, dass der Musical Director für Audi und Volkswagen, der 2009 den CDU-Wahlkampfsong schrieb, ein Leben "zwischen São Paulo, Moskau, Los Angeles" und seinem Tonstudio Red Rock an der Klenzestraße führt. Ernst Lindl, der Vorsitzende der CSU Tutzing, sieht in der Kandidatur den Versuch, "bekannte Leute auf die Liste zu setzen". Und dass der 60-Jährige "politisch konservativ ist, kann ich aus Gesprächen bezeugen, die ich mit ihm geführt habe".

Als Maffays Finanzchef Albert Luppart für den Landratsposten in Starnberg kandidiert hatte, unterstützte ihn Mandoki. Jetzt sieht es anders aus: Luppart ist Landtagsdirektkandidat der Freien Wähler. Was Mandoki offenbar nicht wusste. "Um Gottes Willen, ich trete nicht gegen Dich an", soll er in einem Telefonat mit Luppart gesagt haben. Der Vize-Landrat Luppart sieht es so: "Ich glaube, das war eine Bauchentscheidung von Aigner, und Leslie Mandoki hat zugesagt, weil er sie kennt - ohne zu wissen, was auf ihn zukommt." Denn "er war in keinem Gemeinderat, in keinem Kreistag, er war noch nirgends." Für Mandoki zählt etwas anderes: Er habe Deutschland sehr viel zu verdanken, sagt er. Deshalb werde er sich für den Umweltschutz engagieren und gegen die Piraten, die "geistiges Eigentum angreifen", und die Abzockerei an den Finanzmärkten wenden. Dass er sich mit Luppart ins Gehege kommen könnte, schließt Mandoki aus: "Er ist ein ganz großartiger Kerl."

Auch Peter Maffay wäre natürlich ein feiner Kandidat. Er kennt die Bundeskanzlerin gut, er könnte in Schwabs Sinne viel über Integration sagen. Aber er tritt nicht an. Nein, sagt Luppart, "er ist und bleibt Musiker".