Streit um Polizei-Bootshaus in Utting Zum letzten Mal

So wie das Polizeiboot am Ammersee am Steg in Dießen liegt, soll es bleiben. Das wünschen sich zumindest die Uttinger.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Das Innenministerium will sich noch einmal mit den Argumenten gegen den Bau eines Polizei-Bootshauses in Holzhausen beschäftigen. Doch der CSU-Landtagsabgeordnete Dorow glaubt nicht an einen Alternativstandort

Von Peter Bierl, Utting

Im Streit um den Bau eines Bootshauses der Polizei samt 100 Meter langem Steg in der Bucht von Holzhausen bei Utting will das bayerische Innenministerium noch einmal prüfen, ob das Polizeiboot nicht doch in Dießen untergebracht werden kann. Man werde "ein allerletztes Mal" die Argumente der Bürgerinitiativen in Erwägung ziehen, teilte das Ministerium der SZ am Donnerstag mit.

Diese Entscheidung geht auf ein Gespräch zurück, das Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) mit Wolf-Dietrich Lüps vom Vorstand des Vereins "Unser Dorf" und Daniel Fusban als Vertreter der Initiative, die sich gegen Bootshaus und Steg wehren, im Landtag geführt haben. Das Treffen hatte der Landtagsabgeordnete Alexander Dorow (CSU) initiiert. Der berichtet zwar von einer "ausgesprochen konstruktiven Atmosphäre", verbreitet jedoch keinen Optimismus, was das Anliegen der Uttinger Bürger betrifft. "Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass ein Alternativstandort nochmals in Betracht gezogen wird, da das Innenministerium dazu alle Möglichkeiten als ausgeschöpft betrachtet", erklärte Dorow der SZ.

Die Polizei möchte ihr Boot zentral und winterfest unterbringen. Die Uttinger fürchten, dass ein Bootshaus sowie ein Steg, der etwa 100 Meter in den See hinein ragen würde, das Landschaftsbild in der ruhigen und beschaulichen Bucht zerstört. Der Verein und die Bürgerinitiative wehren sich seit langem dagegen und haben vier Alternativen entwickelt.

Ein Vorschlag lautet, das Polizeiboot wie bisher in Dießen am Dampfersteg zu belassen, aber diesen winterfest zu machen. Diesen Standort hatte der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) 2005 eigentlich schon als endgültigen Liegeplatz bestimmt, nachdem eine Bürgerinitiative gegen einen Steg in Sankt Alban Front gemacht hatte. Den Platz in Dießen hält die Polizei aber nur im Sommer für optimal, im Winter nicht. Die Uttinger schlagen deshalb vor, in Dießen eine Enteisungsanlage sowie eine elektrische Standheizung einzubauen. Dadurch würde verhindert, dass der Bootsrumpf einfriert oder Scheiben und Türen. Die Kosten bezifferte die Initiative auf etwa 1500 Euro. Oder man könnte in der Dießener Bucht ein Bootshaus erwerben, das derzeit zum Verkauf angeboten wird.

Eine weitere Alternative wäre, ein neues Boot mit geringerem Tiefgang anzuschaffen, so dass ein langer Steg überflüssig wird. Fusban sagte der SZ, die Wasserpolizei habe seinerzeit das falsche Boot, eine "Wanne" mit zu viel Tiefgang für die Schilf- und Verlandungszonen des Ammersees angeschafft. Deshalb habe man noch ein zweites kleineres Boot kaufen müssen.

Der vierte Vorschlag lautet, das Polizeiboot in Stegen zu stationieren, wo sich ohnehin die Werft und der Liegeplatz für die Dampfer befinden. Dabei könnte man zusätzlich einen Liegeplatz für die staatliche Schifffahrt einrichten. "Das wäre eigentlich der vernünftigste Standort", sagte Fusban.

Die Bürgerinitiative war verärgert, weil das Innenministerium bisher "keine sachlichen und konkreten Antworten" auf diese Vorschläge gegeben habe, sagte Fusban. Nun sieht es so aus, als ob zumindest die Alternativen in Dießen noch einmal in Erwägung gezogen werden. Zu Details des Gesprächs wollte sich Fusban nicht äußern, ist aber vorsichtig optimistisch. "Wir sehen die Situation als offen an", sagte er.

Vereinbart wurde von den Teilnehmern der Runde, sich nach Pfingsten noch einmal zu treffen. Bis dahin will das Ministerium die Variante in Dießen gecheckt haben und eine Skizze eines Bootshauses direkt am Dampfersteg in Holzhausen vorlegen. Bei der Gestaltung des Gebäudes soll die Bürgerinitiative "eingebunden" werden, teilte das Ministerium mit.