Starnberg Leuchtturmprojekt für 35 Millionen

Es ist ein "Leuchtturmprojekt", so SPD-Kreisrätin Sissi Fuchsenberger, mit einem "zukunftsweisenden Konzept", wie ihr CSU-Kollege Harald Schwab befand. Nur eines ist in Bezug auf das geplante Gymnasium in Herrsching noch nicht klar: Was die neue Schule eigentlich kosten wird. "Ich gehe mal von ungefähr 35 Millionen Euro aus, aber diese Zahl dürfen wir nicht auf die Goldwaage legen", sagte Landrat Karl Roth vor dem Kreistag am Montag. Worauf CSU-Kreisrat Ludwig Jägerhuber gleich einhakte: "Es fehlt noch ein Finanzierungskonzept. Es kann nicht sein, dass Kommunen wie Starnberg, die selbst ein Gymnasium finanzieren, doppelt zahlen." Dies sei auch nicht geplant, beruhigte Roth, Gespräche mit den Gemeinden Tutzing, Starnberg und Gauting seien bereits im Gang. Roth: "Das kriegen wir hin." Fertig und einstimmig beschlossen ist indes bereits das pädagogische und räumliche Konzept für die Schule. Die Eckdaten: Das Gymnasium wird einen naturwissenschaftlich-technischen und einen sprachlichen Zweig haben, dreizügig für rund 800 Schüler ausgelegt sein, und auch schon für die Inklusion gehandicapter Schüler vorbereitet sein. Auch Ganztagsunterricht wird möglich sein. Von der Fläche her bietet das Gymnasium 28 Prozent mehr als der Durchschnitt. Statt einem Lehrerzimmer gibt es dezentrale "Lehrerstützpunkte", statt von Klassenzimmern ist von "Clustern" die Rede. All dies sind Ergebnisse eines Diskussionsprozesses mit vielen Beteiligten und vier Workshops, die Otto Seydel, Leiter des Instituts für Schulentwicklung in Baden-Württemberg, geleitet hatte. Er war voll des Lobes für die intensive Vorbereitung im Landkreis. "Ich muss zugeben, da ist man in Bayern wieder mal weiter als bei uns in Baden-Württemberg", sagte Seydel unter dem Beifall und Gelächter der Kreisräte. Nächster Schritt ist nun ein Realisierungswettbewerb, der auf etwa ein halbes Jahr angelegt ist.