Starnberg In den Hafen der Ehe

Heiratswillige können sich ab Ostern auch auf der MS Seeshaupt ihr Ja-Wort geben.

Christiane Bracht

Sich das Ja-Wort auf dem Wasser zu geben, ist nun auf gleich drei Schiffen auf dem Starnberger See möglich. Allerdings trauen sich das nur wenige Paare. Foto:dpa 

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Weiß-blauer Himmel, strahlende Sonne, glatter See und in der Ferne die Alpenkulisse - wer würde da nicht gerne "Ja" sagen? Hochzeit auf dem Starnberger See - für viele ist das ein Traum, manche haben ihn aber auch schon wahr werden lassen. Denn seit April 2010 ist dies möglich. Allerdings haben sich bisher nur wenige auf dem See trauen lassen. Ein Paar vor drei Jahren, drei im Jahr 2011 und zwei im vergangenen Jahr. Doch der Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt Walter Stürzl ist optimistisch: "Das Thema wird jetzt interessant", sagt er. Eine Handvoll Anfragen und eine feste Zusage habe die Seenschifffahrt bereits für die kommende Saison, die Ostern beginnt. "Es dauert eben eine gewisse Zeit, bis das bekannt ist", sagt Stürzl. Und damit Heiraten auf dem Starnberger See noch publiker wird, will das Unternehmen künftig noch mehr Werbung machen.

Schließlich stehen den Paaren jetzt nicht mehr nur die MS Bernried und die MS Starnberg für ihren schönsten Tag im Leben zur Verfügung, sondern auch das neue Flaggschiff der Flotte, die MS Seeshaupt. Erst am Montag hat der Starnberger Stadtrat einstimmig der Widmung des Dampfers zum Hochzeitsschiff zugestimmt. Den entsprechenden Antrag hatte die Seenschifffahrt bereits vor einem Dreivierteljahr gestellt.

Ob die MS Seeshaupt mehr Paare auf den See lockt, bleibt abzuwarten. Denn eins steht schon jetzt fest: Schiffstrauungen sind relativ teuer. 2200 Euro kostet eine Hochzeit auf der MS Bernried; das Brautpaar muss für mindestens 100 Personen zahlen. Auf dem Katamaran haben sogar 300 Gäste Platz, eine Sonderfahrt würde also mit 6600 Euro zu Buche schlagen, die MS Seeshaupt ist dagegen für 170 Personen zugelassen und damit mit 3740 Euro für eine dreieinhalbstündige Rundfahrt relativ günstig. "Heiraten auf dem Schiff ist etwas Besonderes. Das muss man sich leisten können", sagt Stürzl und erinnert daran, dass anschließend ja noch die Feier im Hotel bezahlt werden muss - zumindest in den allermeisten Fällen. Eine Hochzeit auf einer normalen Linienfahrt ist nicht möglich, sagt der Geschäftsführer. "Das Schiff darf sich während der Zeremonie nicht bewegen. Es muss eine symbolische Verbindung zum Landesteg in Starnberg eingehen und fest vertäut sein", erklärt Stürzl. Nach der Vermählung verlässt der Standesbeamte den Dampfer wieder. Übrigens auch die Behörde verlangt einen kleinen Aufpreis: Allerdings ist dieser mit 40 Euro vergleichsweise gering.

Bislang haben sich laut Augustin Ullmann, dem Leiter des Starnberger Standesamts, nur Auswärtige auf dem See trauen lassen. Für Einheimische ist der See nicht so besonders, zudem sei da noch das Risiko des schlechten Wetters. Stürzl indes sieht das anders: "Auch Wind und Wellen sind sehr stimmungsvoll. Außerdem ist das für das Brautpaar nicht so wichtig, das hat den ganzen Tag nur Augen für einander."

Auch auf dem Ammersee gibt es übrigens nur wenige Trauungen: 2010 sagten sechs Paare auf dem Raddampfer MS Dießen "Ja" zueinander, im Jahr darauf waren es nur noch vier, 2012 gar keines mehr und für heuer hat die Standesbeamtin Birgit Thaller bislang eine Buchung. "Es ist nicht der große Run", sagt sie. Anfangs allerdings habe es viele Anfragen gegeben. Auf dem Ammersee darf allerdings auch nicht am Wochenende geheiratet werden, denn der Raddampfer muss dann seine Linienfahrten absolvieren - zumindest in der Hauptsaison, so Stürzl.