Starnberg Größer, heller, weiter

Starnberg eröffnet seinen neuen Kirchplatz mit Französischer Woche.

Von Sabine Bader

Nun ist er offiziell eröffnet, der neue Starnberger Kirchplatz. Und das auch noch mit einem Fest, das die Starnberger lieben: mit der Französischen Woche. Was will man also mehr. Und weil auch noch das Wetter mitspielte, kamen gestern, am späten Montagnachmittag, gut 200 Besucher. Dementsprechend zufrieden blickte Starnbergs Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger in die Runde. Er freue sich über "die große Zustimmung zur gelungenen Neugestaltung", sagte er. Der Platz mit dem hellen Pflasterbelag aus chinesischem Granit, den Brunnen, Bänken und der Baumreihe entlang der Wittelsbacher Straße sei nun aufgeräumter und in seiner "optischen Wirkung weiter und größer geworden", so Pfaffinger. Dass nicht alle Starnberger dies so sehen, daraus machte er keinen Hehl. Man könne es eben nicht allen Recht machen. Bekanntlich bemängeln die Kritiker, Kosten und Aufwand hätten bei diesem Projekt in keinem Verhältnis zum Ergebnis gestanden.

Luftballons zur Einweihung des Starnberger Kirchplatzes ließen die Chorkinder der Schlossbergschule gestern in den Himmel steigen. Zuvor brachten sie den Festgästen ein Ständchen. Foto: Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Das wiederum sieht Pfaffinger anders. Jetzt könne der Platz zu dem werden, was er nach seiner Ansicht schon lange sein sollte: "ein öffentlicher Raum mit hoher Aufenthaltsqualität; ein lebendiger Platz für alle im Zentrum Starnbergs". Dabei seien die Stadtpolitiker eher "zögerlich" an das Projekt herangegangen - der knappen Stadtkasse wegen. Erst als klar war, dass der Staat einen gehörigen Zuschuss leisten würde, kam Bewegung in die Sache. Insgesamt hat der Umbau nach den Entwürfen der Architekten Andreas Kicherer und Svea Erdmann 1,8 Millionen Euro gekostet. 400 000 Euro zahlte die Bundesregierung aus Mitteln des Konjunkturpakets II, die gleiche Summe spendete ein Starnberger Bürger, der laut Pfaffinger anonym bleiben will, und 180 000 Euro steuerte der Freistaat aus der Städtebauförderung bei. Die Stadt selbst musste für ihren neuen Platz nur eine knappe Million Euro hinblättern. Das Hauptproblem an des Sache war allerdings die Zeit: In nur zehn Monaten mussten die Arbeiten abgeschlossen sein, um die Bundeszuschüsse nicht zu gefährden.

Übrigens hatten einige der Besucher eine Anreise von mehr als 1200 Kilometern hinter sich: die Delegation der Hotelfachschule Dinard, die wie immer mit ihrem Stand auf der Französischen Woche vertreten ist und ihr ein Stück "Savoir-vivre" gibt. Als erste Etappe der Feierlichkeiten zum 35-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Dinard werde nun "eine Woche lang der Rotwein das Bier ersetzen, das Baguette das Starnberger-Land-Brot und die Meeresfrüchte Weißwurst und Leberkäs", sagte Pfaffinger und erklärte das Fest für eröffnet.