Starnberg Bahnhofskiosk schließt

Werner Gschwendtner schließt seinen Tabakladen in der Starnberger Bahnhofsunterführung.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Betreiber Werner Gschwendtner zieht an die Seepromenade um.

Von Ana Genz, Starnberg

"Es ist fast wie mein zweites Zuhause. Schon als Schülerin habe ich hier meine S-Bahnkarten gekauft", sagt Verena Wagner. Mit elf Jahren war sie zum ersten Mal im Tabakladen an der S-Bahnunterführung Starnberg. "Aber alles endet irgendwann", bedauert sie. Am Sonntag, 25. März, öffnen Werner und Anna Geschwendtner ihren Laden zum letzten Mal.

Doch es gibt einen Lichtblick für alle Stammkunden. Die Gschwendtners werden weiterhin Fahrkarten, Zigaretten und Cappuccino verkaufen - und das nur ein paar Meter entfernt, im Kiosk an der Seepromenade. Aber den urigen Tabakladen und 200 verschiedene Zigarettenmarken wird es dann nicht mehr geben. Der Laden schließt, weil er in die Jahre gekommen ist. Die Zentralheizung funktioniere seit drei Jahren nicht mehr, bei Hochwasser habe der gestiegene Grundwasserpegel für Überschwemmungen gesorgt, und zudem sei die Decke undicht. Nun werden die Räumlichkeiten erst einmal leer stehen.

Etwas Gutes hat das für die Betreiber auch. Sie haben ein bisschen mehr Ruhe. 365 Tage im Jahr hatten der Kiosk und der Tabakladen geöffnet. Das auch an Weihnachten, Neujahr oder Ostern, beteuert Werner Gschwendtner. Wann er das letzte Mal frei hatte, möchte er lieber nicht erzählen. Richtig traurig ist es für die Betreiber dennoch. "Der Tabakladen ist für mich wie ein Kind, das ich groß gezogen habe. Seit 20 Jahren gibt es ihn schon und seit 30 Jahren den Kiosk ", erzählt der Kaufmann.

Vor allem ältere Herrschaften und Touristen kaufen hier gerne Fahrkarten. "Bevor ich mir beim Automaten wie ein Doofi vorkomme, geh' ich zu Geschwendtners", meint die 71-Jährige Marlis Mirbach. "Außerdem gibt es dort immer noch ein nettes Gespräch". Sie ist nicht die Einzige die gerne für ein Pläuschchen vorbeikommt, auch Ludwig Jägerhuber ratscht gerne mit dem Paar. "Mich mit Kunden zu unterhalten, ist das Schönste an meinem Job", erzählt Geschwendtner. Auch als Touristenberater ist er bekannt. Ausflugstipps oder Ratschläge zu den MVV- Tickets gibt er immer gerne. "Ich denke nicht an Rente, den Kiosk führe ich weiter ", sagt der 65- Jährige. Im Winter ist er von 7 bis 18 Uhr, im Sommer bis 21 Uhr geöffnet.