Schondorf Klein, aber großartig

Sänger Murat Kaydrima und seine "Whiskey Foundation" werden auch heuer wieder das "Sammersee" rocken.

(Foto: trey)

Am 22./23. Juli findet das zehnte Sammersee-Festival statt

Von Armin Greune, Schondorf

Es ist ja ohnehin klar, dass kein anderer Event im Fünfseenland "Sammersee" das Wasser reichen kann - schon allein, weil es das einzige Popfestival in der Region ist. Aber aller Provinzialität zum Trotz: Der Glanz dieser ehrenamtlich und unter dem Gesichtspunkt ökologischer Nachhaltigkeit organisierten Benefiz-Veranstaltung reicht weit. Sogar in der Südsee lebende Musiker kommen gerne, um wieder bei den Sommernächten im idyllischen Strandbad Forster dabei zu sein.

Für die Besucher aber bietet "Sammersee" ein wohl kaum zu übertreffendes Preis-Leistungsverhältnis: Für 15 Euro kann man zwei Tage lang auf zwei Bühnen 20 Bands, Musiker und DJs anhören. Dabei finden sich im Line-Up durchaus einige Namen, die aufhorchen lassen. Und schließlich kommen die Einnahmen auch noch sozialen Zwecken zu Gute: Im vergangenen Jahr konnte das Sammersee-Team 4000 Euro an das Netzwerk Asyl Ammersee-West und 1000 Euro an den Verein "Gemeinsam" überweisen.

Kurzum: Das "Sammersee" ist ein Geschenk für alle, die auf Festivals nicht das ganz große Massenerlebnis unter Zehntausenden suchen. In Schondorf lässt sich statt Gedränge vor den Bühnen eher eine lockere, entspannte Atmosphäre am Ufer und im See miterleben. Alles wirkt auf sympathische Weise handgestrickt und kommerzfrei. Auch mit den Musikern kommt man leicht in Kontakt. Heuer findet dieses kleine, aber doch großartige Ereignis am 22. und 23. Juli bereits zum zehnten Mal statt. Für das Stammpublikum gibt es ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten, aber das Programm hält auch reizvolle Newcomer bereit.

Gleich zu Beginn am Freitag um 16 Uhr etwa treten Rosenquarzexpress auf der Seebühne auf: Die charismatische Sängerin und Gitarristin Ilijana Beshkova stammt aus Sofia und spielt markante Songs zwischen Dark Wave, Dream Pop, Blues und Psychedelic Rock, zum Teil auch mit bulgarischen Texten. Weiter sind am ersten Tag die lokalen Bands Sonority (Alternative Funk) und The Vibesbuilder (Funk, Jazz, Hip Hop und Kandidaten für die Wortspielhölle) zu hören. Am Abend treten dann unter anderem das DJ-Duo Haptic Invaders, die springlebendigen Neo-Folker Die Balkanauten und The Whiskey Foundation auf, die mit ihrem mitreißenden, erdigen Bluesrock im Stil von The Doors oder Canned Heat schon zum dritten Mal das "Sammersee" bereichern.

Auch The Durgas gehören in Schondorf fast schon zum Inventar: Als Althippies in der zweiten Generationen spielt die Band um Benjii und Christopher Simmersbach seit mehr als 30 Jahren Indie-Rock und hat dabei auf allen Kontinenten vielseitige Ethno-und Folk-Einflüsse aufgenommen: Die Rocknomaden haben Quartiere in Los Angeles, Budapest und Hawaii, sind aber immer wieder mal am Ammersee. Im Anschluss an "Sammersee" treten The Durgas am 24. noch mal in der "Kuba" Schondorf auf. Bevor sie am Samstag um 22.30 Uhr die Hauptbühne entern, spielen unter anderem die Hip Hopper von Indago Child und der Deutsch-Rapper Puerto Nico mit achtköpfiger Band. Ein Heimspiel ist das "Sammersee" für Miss Mango: Amélie Haidt, Robin Jermer, Florian Weinhart und Daniel Scheffels kommen aus Herrsching und Weßling. Sie waren 2013 SZ-Band des Jahres; ihre gechillten Pop- und Folksongs sind in Schondorf am Samstagnachmittag zu hören. Zum Abschluss lassen es Mellowflex & Supersoundglobal nach Mitternacht hinter verschlossenen Türen krachen.

Der Vorverkauf hat begonnen: Karten gibt es im Juze und in der Kuba Schondorf sowie am Ammersee Gymnasium Dießen. Weitere Informationen zum Festival und Online-Tickets stehen unter www.sammersee-festival.de.