Riederau Dießen will Forsthaus kaufen

Flüchtlinge haben das ehemalige Dienstgebäude in Riederau geräumt

Von Armin Greune, Riederau

Da noch in diesem Monat die vorübergehende Unterkunft für Flüchtlinge dort aufgegeben wird, steht das ehemalige Forsthaus in Riederau wieder leer. Jetzt bemüht sich die Gemeinde Dießen um einen Erwerb der Immobilie: Wie Bürgermeister Herbert Kirsch auf Anfrage sagt, könnte das Gebäude etwa für Obdachlose oder anerkannte Asylbewerber genutzt werden. Auch am Ammersee-Westufer hat die Zahl der Asylsuchenden drastisch abgenommen. Zeitweilig waren es fast 200 Flüchtlinge, die in Dießen, Utting und Schondorf untergebracht waren; inzwischen sind es nurmehr 41, die noch auf den Abschluss ihres Asylverfahrens warten. Hinzu kommen aber 113 Personen, die bereits ein Aufenthaltsrecht erhalten haben, aber immer noch als sogenannte Fehlbeleger in einer Asylbewerberunterkunft leben müssen, weil sie noch keine eigene Wohnung gefunden haben.

Dennoch hat das Landratsamt Landsberg den Mietvertrag für das Forsthaus Riederau nicht mehr über diesen Juli hinaus verlängert. Die noch verbliebenen Flüchtlinge mussten ihr Quartier aufgeben und wurden auf andere Unterkünfte wie etwa Bischofsried verteilt. Das Forsthaus in der Jägerstraße 2 war das erste Gebäude in der Gemeinde Dießen, das zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt wurde: Zwölf Geflüchtete bezogen dort im Februar 2014 Quartier. "Sie haben das Haus sehr gemocht", sagt Michaela Kanzler vom Helferkreis.

Bis zum Jahr 2010 diente das Gebäude als Forstdienststelle für das Revier Riederau. Otto Stutz hatte es von 1974 bis zu seinem Tod 2009 betreut, zunächst war er für den Staatswald, nach der Forstreform 2005 für den Privat- und Körperschaftswald zuständig. Im März 2010 wurde Erwin Schmid - vormals Leiter der Forstdienststelle Starnberg - nach Riederau versetzt. Er leitet noch immer das Revier Ammersee für das Amt für Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck, doch sein Büro wurde bereits im Herbst 2010 von Riederau nach Westernschondorf verlegt.

In Dießen warten laut Auskunft des Landratsamtes Landsberg derzeit noch 20 Asylbewerber auf den Abschluss ihres Verfahrens. Dazu kommen noch 27 jugendliche Flüchtlinge ohne Begleitung, die vom SOS Kinderdorf betreut werden, 18 davon leben im ehemaligen Gasthaus "Drei Rosen".