Reden wir über Semmeldienst für fleißige Radler

Gerhard Sailer

(Foto: Nila Thiel)

Gerhard Sailer liefert an drei Samstag mit einem E-Lastenrad

Interview Von Carolin Fries, Weßling

Beim Stadtradeln haben die Weßlinger immer schon viele Kilometer zusammenbekommen, in diesem Jahr aber könnte es einen neuen Rekord geben. Der Grund: Organisator Gerhard Sailer wird jeweils zehn ausgewählte Teilnehmer der Aktion aus dem Gemeindegebiet an den kommenden drei Samstagen mit frischen Semmeln beliefern. Dafür wird sich der 58 Jahre alte Polizeibeamte aus dem Ortsteil Hochstadt das Lastenfahrrad "Lara 1" mit Elektroantrieb der Nachbarschaftshilfe ausleihen.

SZ: Wie kam es zu der Idee?

Gerhard Sailer: Es gibt in Weßling mehrere Ortsteile und Siedlungen und samstags einen regelrechten Autotourismus zum Semmeln holen. Jeder fährt los, und die Nachbarn trifft man dann beim Bäcker. Aus Ferienregionen kennt man ja den Semmel-Lieferservice. Ich gehe schon lange damit schwanger, das auch in Weßling zu testen. Das Stadtradeln bietet nun die ideale Gelegenheit.

Das heißt, Sie wollen den Lieferservice in der Gemeinde langfristig etablieren?

Das könnte ich mir vorstellen. Ich würde jedenfalls gerne dazu beitragen, es umzusetzen. Wenn die Nachfrage da ist, könnte der Bäcker das anbieten, vielleicht finden sich ja junge Leute oder Senioren, die das Ausfahren übernehmen. Man müsste halt vereinbaren, wie bestellt und abgerechnet wird. Es würde natürlich ebenso funktionieren, wenn sich Ortsteile oder Straßenzüge zusammentun und samstags nur einer losfährt.

Sie werden für ihre Lieferung erstmals auf das Lastenfahrrad der BI Mobilitätswende und der Nachbarschaftshilfe steigen.

Ja, das ist eine tolle Sache. Gegen einen geringen Tagessatz kann es jeder Weßlinger ausleihen. Mitglieder der Nachbarschaftshilfe bezahlen gar nichts. Es ist ganz gut ausgelastet, zuletzt kam mir ein junger Vater mit seinen Kindern damit entgegen.

Die Semmeln bekommen aber nur Weßlinger, die auch Kilometer für die Stadtradel-Aktion sammeln.

Genau. Es soll eine Belohnung sein. Ich habe nichts dagegen, wenn jetzt wegen des Semmel-Service noch ein paar Leute aufspringen. In den vergangenen Jahren hatten wir immer um die 15 Teams und etwa 400 Stadtradler.

Sind Semmeln denn das ideale Radfahrer-Frühstück?

Frische Semmeln sind vielleicht nicht ganz optimal, aber auch nicht ganz verkehrt. Vom Genuss her sind sie am Wochenende aber unschlagbar.

Stadtradler, die bis dahin bereits Kilometer-Einträge vorzuweisen haben, können sich mit einer Email mit dem Stichwort "Stadtradel-Semmelservice", der gewünschten Lieferadresse im Gemeindegebiet und einer Rückrufnummer an wessling@stadtradeln-sta.de bis zum jeweiligen Mittwoch für den darauffolgenden Samstag bewerben. Unter allen Einsendern werden dann zehn Stadtradler ausgewählt und telefonisch benachrichtigt. Der Lieferservice ist kostenlos, nur die fünf Euro für die gut gefüllte Semmeltüte muss von den Empfängern direkt an den Boten bezahlt werden.