Possenhofen Sisi-Museum öffnet nach Deckensturz

Hier geht es zum kleinen, aber feinen Kaiserin Elisabeth Museum im denkmalgeschützten Bahnhof Possenhofen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Leiterin Rosemarie Mann-Stein hofft, den avisierten Eröffnungstermin am 1. Mai einhalten zu können. Das allerdings hängt vom Urteil des Gutachters ab, das noch aussteht. Ein Gerüst sichert die brüchige Stelle

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Possenhofen

Trotz des Schadens durch herabgestürzte Teile von der Stuckdecke im Königssaal hofft die Leiterin des Kaiserin Elisabeth Museums in Possenhofen, Rosemarie Mann-Stein, den Eröffnungstermin am 1. Mai einhalten zu können. "Wir haben dieses Ziel noch nicht aus den Augen verloren", sagte sie auf Anfrage der SZ. Das kleine, aber feine Museum ist im Erdgeschoss des denkmalgeschützten Bahnhofs Possenhofen untergebracht. Die wertvollsten Exponate befinden sich im historischen Königssaal. Und dort ist der Verputz auf einer rund zwei Quadratmeter großen Fläche von der Decke auf eine Ausstellungsvitrine herabgestürzt.

Die Einrichtung, die von den Mitgliedern des Fördervereins ehrenamtlich betrieben wird, ist in den Wintermonaten geschlossen. Die Museumsleiterin hatte den Schaden am 1. April per Zufall entdeckt. Sie war dort mit jemandem verabredet, um eine Sonderausstellung vorzubereiten. Der Raum wurde umgehend abgesperrt und durfte nicht mehr betreten werden.

In der vergangenen Woche ist der gefährdete Teil der Decke abgestützt und zudem ein Arbeitsgerüst aufgestellt worden. Nun muss von einem Gutachter beurteilt werden, ob das Gerüst als Verkehrssicherung genügt. Erst danach könnte der Königssaal für den Publikumsverkehr freigegeben werden. "Entscheidend ist, dass der Museumsbetrieb unter dem Gerüst stattfinden kann", erklärte Mann-Stein optimistisch. Auch wenn das tatsächliche Ausmaß des Schadens von den Versicherungen beurteilt werden muss, durfte die Museumschefin bereits den Raum betreten.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme zeigte sie sich erleichtert. Die so genannte Ungarn-Vitrine sei zwar komplett zerstört worden, aber laut Mann-Stein blieb das kostbarste Ausstellungsstück unversehrt. "Unser Highlight ist Gott sei Dank nicht zerstört worden", sagte sie. Es handelt sich um ein vergoldetes Messing-Gefäß, in dem sich geweihte Erde vom Krönungshügel befindet. Bedauerlicherweise sind aber insgesamt neun Exponate beschädigt beziehungsweise zerstört worden, wie etwa einige der Holzstiche aus der Heinemann-Sammlung. Fraglich ist auch, ob ein sehr wertvolles Foto gerettet werden kann, auf dem die Kaiserin im Krönungskleid zu sehen ist. Die Museumsleiterin gibt die Hoffnung aber nicht auf. Immerhin habe man doch wahnsinniges Glück gehabt, dass es nicht während des Museumsbetriebs zu dem Deckensturz kam. "Das Wichtigste ist, dass jetzt alles gesichert ist." Und die Landesstelle der Nichtstaatlichen Museen habe ihre Unterstützung angeboten.

Obwohl die verantwortlichen Museumsmitarbeiter in den Startlöchern stehen, heißt es jetzt, geduldig warten, bis die Versicherungen den Schaden aufgenommen haben und die Freigabe erfolgt. Dann heißt es Putzen, Putzen, Putzen. Denn der Deckensturz hat viel Staub aufgewirbelt, der überall eingedrungen ist. Mann-Stein hofft, dass zumindest die Ausstellungsvitrinen dichtgehalten haben. Denn die waren bereits für die Wiedereröffnung vorbereitet und blitzeblank geputzt. Die restlichen Ausstellungsstücke müssen nun vorsichtig gereinigt werden. Die Vorhänge müssen entfernt und entstaubt werden.

Das Museum ist sehr beliebt, es kommen bis zu 10 000 Besucher jährlich. Für Mai haben sich bereits einige Gruppen angemeldet. Die erste Führung ist schon am 2. Mai geplant. Doch die Museumsleiterin ist sich sicher, dass sie den Zeitplan schafft. Zwar sei die Ausstellung bis dahin optisch doch nicht optimal. Mann-Stein ist jedoch überzeugt davon, dass das Publikum Verständnis haben wird.