Ortsteilversammlung Dauerthema Verkehr

Die kleine Ortschaft wird von zwei Staatsstraßen begrenzt

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Garatshausen

Der Verkehr, die Erschließung der neuen Baugrundstücke sowie der geplante Funkmast der Bahn: Das waren die Hauptanliegen der Garatshausener Bürger auf der Ortsteilversammlung am Dienstag. Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse. Von den knapp 200 Einwohnern waren rund 40 erschienen - das ist immerhin jeder Fünfte.

Nach Angaben von Bürgermeister Bernhard Sontheim sind in Garatshausen vier Baugrundstücke ausgewiesen worden, zwei davon gehören der Gemeinde. Ein Verkauf der eigenen Grundstücke steht laut Sontheim derzeit nicht zur Debatte. Für die restlichen Grundstücke erwartet die Gemeinde schon bald Bauanträge. Die Anwohner befürchteten nun, dass für die Erschließung der neuen Grundstücke die Alte Traubinger Straße ausgebaut werden muss. Die Straße hat keine Entwässerung, deshalb müsste hätte ein Regenwasserkanal gebaut werden müssen. Laut Straßenausbausatzung wären die Anwohner an den Kosten beteiligt worden. Doch der Rathauschef konnte Entwarnung geben. Unterdessen habe sich herausgestellt, dass eine Entwässerung der Feuchtgrundstücke über einen Sickerschacht möglich sei, sagte er. Die Anwohner nahmen diese Aussage mit deutlicher Erleichterung auf.

Große Sorgen bereitet ihnen auch der geplante Bau eines Sendemastes an der Bahnlinie. Wie Sontheim erläuterte, handelt es sich um eine Anlage, die Bahnreisenden den Internetzugriff ermöglicht oder zu telefonieren. Der Standort liegt auf einem bahneigenen Areal. Der Feldafinger Bauausschuss hat den Bauantrag abgelehnt mit der Begründung, dass die Erschließung nicht gesichert sei. Die Garatshausener befürchten jedoch, dass die übergeordnete Behörde im Landratsamt ihr Einverständnis erteilen könnte. "Der Masten soll 42 Meter hoch werden, das ist schon gewaltig, monierte Willi Eisele. Er wies zudem darauf hin, dass mit einem Wertverlust der gemeindeeigenen Grundstücke zu rechnen sei, wenn sich in Sichtweite ein Sendemast befinde. Eine Bürgerin kritisierte, dass die Anwohner bei der Standortwahl nicht mit einbezogen werden. Laut Sontheim könnte die Gemeinde zwar Alternativstandorte vorschlagen. Wenn es sich aber nicht um ein bahneigenes Grundstück handle werde sich die Bahn nicht darauf einlassen.

Der Verkehr ist ein Dauerthema im Ortsteil. Die Gemeinde hat wenig Einflussmöglichkeiten, da Garatshausen von zwei Staatsstraßen begrenzt wird. Feldafing hatte einen Antrag auf Versetzung des Ortsschildes an der Garatshauser Straße gestellt, um dort den Verkehr zu verlangsamen. Nach nunmehr 1,5 Jahren habe das Landratsamt endlich geantwortet und den Antrag abgelehnt, so Sontheim. Verkehrsplanungen an der Seestraße verzögern sich. Wie das Straßenbauamt mitgeteilt habe, sind Planungen für Garatshausen frühestens im Jahr 2022 möglich, erklärte der Rathauschef. Nach seinen Angaben sollen zunächst die Planungen im Bereich der Nachbargemeinde Tutzing abgeschlossen werden. In die Gesamtplanung werde die Gemeinde den Kapellenvorplatz einbeziehen.

Weitere Themen waren die Wasserversorgung, ein Fußgängerweg an der Bahnunterführung sowie die Verkehrsanbindung des Bundeswehrareals und der Artemed-Klinik. Eine Frau schlug vor die S-Bahn-Haltestelle im Bereich der Garatshausener Unterführung zu verlegen. "Das ist vollkommen utopisch", erklärte der Rathauschef. Man müsse froh sein, dass eine neue Express-Buslinie geschaffen werde.