Müllabfuhr im Landkreis Starnberg Mehrheit der Bürger will Gelbe Tonne

Sie hängen an den Zäunen im Landkreis Starnberg: die Gelben Säcke. Doch nur ein Teil der Bürger kann sie leiden. Eine Mehrheit würde die Gelbe Tonne für die Verpackungen bevorzugen.

(Foto: Robert Haas)

Säcke reißen, Unrat liegt herum: Viele Haushalte sind genervt, ergab eine Umfrage. Sonst sind sie zufrieden mit dem Abfallwirtschaftsverband. Dieser will am alten System festhalten.

Von Sabine Bader

Viele Bürger sind unzufrieden mit dem Gelben Sack, weil er sehr leicht reißt. Soll stattdessen die Gelbe Tonne auch im Landkreis Starnberg eingeführt werden? Ja, sagen fast zwei Drittel der Bürger - nämlich 63 Prozent - in einer repräsentativen Befragung, die der Abfallwirtschaftsverband Starnberg (Awista) in Auftrag gegeben hat. Für den Geschäftsführer des Verbands, Peter Wiedemann, ist dies aber noch kein Grund zum Umdenken. Man habe nur eine Wasserstandsmeldung einholen wollen, sagte er. Generell wird sein Verband von den Bürgern des Fünfseenlands als kompetenter, zuverlässiger und vertrauenswürdiger Partner wahrgenommen. Und auch mit der Entsorgung der Abfälle und der Wertstoffe in Tonnen sind die Leute recht zufrieden.

Weniger glücklich sind die Leute über die Öffnungszeiten der Wertstoffhöfe und über die Freundlichkeit der Mitarbeiter. So waren 30 Prozent der Befragten sind teils/teils bis eher und sehr unzufrieden mit den Öffnungszeiten, 40 Prozent liefern Sperrmüll, Elektroschrott und Co. am liebsten an den Samstagen ab. Nur 26 Prozent der Bürger ziehen die Werktage vor. Auch was die Freundlichkeit auf den Wertstoffhöfen angeht, hielt sich die Begeisterung der Leute in Grenzen - 24 Prozent sind damit weniger zufrieden. Verglichen mit anderen Kommunen steht der Awista in beiden Punkten schlechter da als der Durchschnitt. Die beiden Ergebnisse stechen vor allem ins Auge, weil sie verglichen mit den restlichen Werten aus dem Rahmen fallen. Hier liegt der Awista immer über dem Durchschnitt.

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Die Zahlen lassen sich so gut vergleichen, weil sich die mit der Befragung betraute Firma "LQM Marktforschung" aus Mainz auf das Thema Abfallentsorgung spezialisiert hat. Das Unternehmen hat also viel Erfahrung. Die Marktforscher haben die Befragten, wie sie sagen, aus dem Telefonbuch gewählt. Angerufen wurden 1000 Landkreisbürger, die älter als 18 Jahre sind. Bei ihrer Arbeit haben die Mitarbeiter von LQM nach Alter, Geschlecht und Wohnort quotiert. Wer mitmachte, musste sich annähernd 15 Minuten Zeit für die insgesamt rund 30 Fragen nehmen. LQM- Geschäftsführerin Ute Kerber war aus Mainz angereist, um den Verbandsräten am Mittwochmorgen die Ergebnisse zu präsentieren. Eine für sie summa summarum recht angenehme Aufgabe. "Viel besser kann es nicht laufen für Sie", sagte sie gleich eingangs und erntete damit zufriedenes Raunen im Sitzungssaal. "Im kommunalen Bereich, kann sich der Awista wirklich sehen lassen."

Mit Zahlen unterfüttert heißt dies: 97 Prozent der Befragten kennen den Awista nicht nur, sie sind auch mit seiner Arbeit recht zufrieden. Was Kompetenz, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit angeht, steht der Awista besser da, als die Entsorger in anderen untersuchten Kommunen. Etwas besser ausfallen könnte das Urteil in den Bereichen "umweltorientiert" und "innovativ". 26 Prozent der Befragten, halten den Verband beispielsweise nur zum Teil oder gar nicht für innovativ; wenig umweltorientiert sagen 13 Prozent.

Was aber wirklich gut klappt im Landkreis, ist die Abholung der Tonnen. Der Restmüll wird nahezu zur vollen Zufriedenheit entsorgt, urteilen sogar 99 Prozent der Befragten. Ähnlich gut sieht es auch beim Papier aus. Da sind immerhin 97 Prozent der Bürger dieser Auffassung. Auch kommt die Müllabfuhr außerordentlich pünktlich und die Tonnen sind meist vollständig geleert, sagen die Bürger. Das freut natürlich nicht nur Wiedemann, sondern auch Landrat und Verbandschef Karl Roth. "Da kann man schon stolz sein, was hier geleistet wird", findet er.

Etwas weniger zufrieden sind die Bürger mit der Höhe der Gebühren. 79 Prozent von ihnen halten sie für angemessen. Und auch der Gelbe Sack ist und bleibt ein Ärgernis. Was ihn angeht sind nur noch 81 Prozent der Befragten wirklich zufrieden. Das erstaunte die Verbandsräte aber auch nicht besonders. Schließlich reißen die Säcke, die an Gartenzäunen im Wind flattern gerne mal, und die Verpackungen verteilen sich dann auf Straßen und Gehwegen. Aber auch eine mögliche Umstellung auf Gelbe Tonnen hätte ihre Schattenseiten: Denn die Tonne würde Platz beanspruchen, den viele Bürger einfach nicht in ihren Müllhäuschen haben.

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