Montessori Waldkindergarten für Inning

Auf dieser Wiese soll ein Bauwagen für den Waldkindergarten aufgestellt werden.

(Foto: Arlet Ulfers)

Montessori will sein Konzept am Römerweg umsetzen. Auf einer Wiese soll ein Bauwagen aufgestellt werden

Von Astrid Becker, Inning

Sie haben lange gesucht - und sind nun fündig geworden: die Verantwortlichen des Montessori-Kindergartens in Inning. Bereit seit längerem wünschen sie sich einen Waldkindergarten, um damit der gestiegenen Nachfrage nach Kindertagesplätzen Rechnung zu tragen. Am Dienstag hat der Gemeinderat nun beschlossen, dieses Ansinnen zu unterstützen. Allerdings dürfte die baldige Umsetzung des Projekts - Montessori hatte Herbst 2018 anvisiert - recht schwierig werden.

18 Anmeldungen liegen für den Waldkindergarten offenbar schon vor, 14 davon kommen aus Inning. Die beiden Gemeinderätinnen Angelika Wenisch (SPD) und Anja Wagatha (CSU) nennen diese Zahlen jedenfalls als Begründung, warum der Rat den entsprechenden Antrag des Fördervereins Montessori Inning unterstützen soll. Geplant ist demnach die waldpädagogische Einrichtung auf einer Wiesenfläche zwischen Inning und Stegen, genauer gesagt am sogenannten Römerweg. Dort soll ein Bauwagen als "Unterkunft" und möglicherweise auch noch ein Gerätewagen aufgestellt werden. Zudem ist eine Feuerstelle vorgesehen und unter anderem eine biologische Toilette.

Die Fläche gehört bislang einer Familie aus Stegen, die sie dem Förderverein verpachten würde. Allerdings widerspricht ein Kindergarten an dieser Stelle den Vorgaben des geltenden Flächennutzungsplan. Dieser sieht an der Stelle Landwirtschaft und eine Waldfläche vor.

Und damit fangen die Probleme an. Bürgermeister Walter Bleimaier rechnet nicht damit, dass mit der Einrichtung des Waldkindergartens schon, wie gewünscht, im Herbst begonnen werden kann. Denn für das Verfahren sind seiner Einschätzung nach zwei Planauslegungen nötig: Jede davon, so sagt er, nehme mindestens ein Vierteljahr in Anspruch. "Aber nur wenn keine Einwendungen kommen - zum Beispiel auch von Anwohnern." Doch ihm sei bereits signalisiert worden, dass es Immobilienbesitzer gebe, die "nicht gerade begeistert sind von der Idee."

Der Montessori-Förderverein hatte zunächst sogar andere Standorte für seinen Waldkindergarten in Erwägung gezogen, zum Beispiel am Höhenweg und östlich und südlich des Gemeindegebiets. Doch diese Flächen scheiterten entweder am Veto des jeweiligen Grundstückseigentümers oder weil sie weder fußläufig noch für Rettungsfahrzeuge im Notfall ausreichend gut zu erreichen sind.

Die Areal am Römerweg würde diese Voraussetzungen einigermaßen erfüllen. Nur einigermaßen, weil Eltern ihre Kinder dem überarbeiteten Konzept zufolge ihre Kinder an einem Sammelpunkt am Zugang zum Badegelände in Stegen bringen müssten. Dort würden sie dann von den Erzieherinnen abgeholt und zu Fuß zum Waldkindergarten begleitet. Etwa 500 Meter sei diese Strecke lang, sagt der Bürgermeister. Die Pläne setzten voraus, dass Eltern immer pünktlich erscheinen: "Das wird wohl nicht immer der Fall sei", meint er. Dennoch stimmte er wie der gesamte Rat für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans. Die Kosten des Verfahrens muss allerdings der Förderverein übernehmen.