Kulinarische Impressionen Italienischer Gaumenkitzel in der Stadt

Gerardo Gizzi hat schon in vielen Branchen gearbeitet - unter anderem am Bau, in der Gastronomie und im Einzelhandel in München. Nun will er der Kreisstadt mit seinem Feinkostladen ein wenig italienisches Lebensgefühl bescheren.

(Foto: Nila Thiel)

Obst- und Gemüsehändler Gerardo Gizzi ist von München in die Wittelsbacher Straße nach Starnberg gezogen und hat sein Sortiment auf Feinkost umgestellt. Neben Wurst und Käse aus seiner südlichen Heimat bietet er nun auch hausgemachte Antipasti an

Von Otto Fritscher, Starnberg

"Mein Wunsch war es schon immer, nach Starnberg zu kommen. Wenn ich an den See gehe, fühle ich mich fast wie am Meer", sagt Gerardo Gizzi und lacht. Allerdings ist er nicht als Tourist in Starnberg gelandet, sondern als Unternehmer. Gizzi hat im Zentrum der Kreisstadt, an der Hauptstraße 3 neben der Tourist Information, ein Geschäft für italienische Feinkost eröffnet. Nach vielerlei Wurst- und Käsesorten duftet es hier, aber auch die Theke mit einer Vielzahl selbst zubereiteter Antipasti regt die Sinne an. "Buon gusto" heißt der Laden, was auf Deutsch "Guter Geschmack" bedeutet.

Gizzi ist kein Neuling im Einzelhandel. Vor 22 Jahren ist er aus Salerno nach München gekommen, hat zunächst in einer Pizzeria gearbeitet, alsbald aber an der Ecke Schleißheimer/Georgenstraße ein kleines Obstgeschäft eröffnet. Das führte er sechs Jahre lang, bevor er nach Waldtrudering in größere Geschäftsräume umzog. Dort bot er neben Obst und Gemüse auch Feinkost an und betrieb ein kleines Café samt Terrasse. 15 Jahre lang ging das so, bis die Vermieterin, eine ältere Dame, starb und eine Erbengemeinschaft zwei Mal die Miete so kräftig erhöhte, dass es sich für Gizzi nicht mehr rechnete. Eine typische Münchner Geschichte eben.

Starnberg kannte Gizzi bereits, zudem ist er mit dem Starnberger Obst- und Gemüsehändler Andreas Achternbusch, der seinen Laden nur wenige Meter entfernt an der Wittelsbacher Straße betreibt, befreundet. Die beiden lernten sich in der Münchner Großmarkthalle kennen. Es war für Gizzi schnell klar, dass er sich in seinen neuen, rund 80 Quadratmeter großen Räumen auf italienische Feinkost spezialisieren würde. "Den allergrößten Teil meiner Waren beziehe ich direkt ohne Zwischenhändler aus Italien. So kann ich günstige Preise anbieten", erklärt Gizzi.

Bevor er in den Feinkosthandel einstieg, machte Gizzi Erfahrungen in anderen Branchen. Gelernt hat der freundliche Mann in Italien beispielsweise "den Umgang mit Baumaschinen", wie er es selbst beschreibt. Denn eine eigene Berufsbezeichnung gibt es dort dafür nicht. Dann arbeitete Gizzi drei Jahre lang in einer Molkerei, wo Ricola und Mozzarella herstellt werden. "Witzigerweise beziehe ich meinen Pecorino heute aus der Molkerei, in der ich als junger Mann gearbeitet habe", sagt er. Montags bleibt der Laden vorerst geschlossen, weil Gizzi an diesem Tag seinem zweiten Beruf als Großhändler für Mozzarella nachgeht. So beliefert er seit einigen Jahre eine große Münchner Gastronomie-Gruppe mit Mozzarella. Wenn es draußen wärmer wird, will Gizzi eine kleine Terrasse einrichten, auf der man seine kleinen Köstlichkeiten probieren kann - eine "stuzzicheria", wie er sagt, was wörtlich übersetzt "Häppchen" bedeutet. Dann wird die Fläche um den Bucentaur-Brunnen so etwas wie Starnbergs neues Klein-Italien, denn gleich nebenan ist die Eisdiele Gelatok. "Deren Inhaber habe ich noch nicht kennengelernt, aber er kommt sicher bald aus Italien zurück", sagt Gizzi. Für einen Feinkosthändler hat Gerardo Gizzi ein ziemlich ungewöhnliches Hobby: das Baggern mit einer schweren Baumaschine - eine Reminiszenz an seine Jugend. In Italien hat er einen Olivenhain mit rund 200 Olivenbäumen. Und da lässt sich von Zeit zu Zeit die Landschaft schon etwas umgestalten. Ein anderes Hobby liegt schon näher an seinem Beruf: das Kochen.

"Buon gusto" hat von Dienstag bis Freitag, 8 bis 18.30 Uhr, samstags von 8.30 bis 14 Uhr geöffnet.