Kornkreis gibt Rätsel auf Kornkreise sind keine Glaubensfrage

Und auch heute seien die Kornkreise, die sich gleichermaßen in Skandinavien, Asien, Amerika und Europa fänden, ja keine Frage des Glaubens. "Sie sind Teil unserer realen Welt und physisch für jeden erfahrbar." Doch auch für ihn bleibt ihre Entstehung noch nach Jahren rätselhaft. Augenzeugen berichteten ihm von Windschläuchen und schwebenden Lichtkugeln, unter denen die Kreise in Sekundenschnelle und wie von Geisterhand entstanden seien. Etwa 10.000 Kornkreise seien weltweit dokumentiert, sagt Müller, 40 davon in Bayern.

Platt getrampelt: Bauer Georg Zerhoch entstand laut einem Gutachten ein Schaden von 1760 Euro.

(Foto: Das Gupta / oh)

Besonders rund um den Starnberger See seien sie in den letzten Jahren immer wieder aufgetaucht - was Skeptiker auch auf besonders aktive, irdische Kornkreismacher zurückführen könnten. Allerdings hat sich in den 80er Jahren auch die Wissenschaft des Phänomens angenommen. Bisher seien etwa 200 Kornkreise genau analysiert worden, weiß Müller: US-amerikanische Forscher stellten in Labors immer wieder "geologische Anomalien" fest, beobachteten Spuren starker Hitzeentwicklung, Auswirkungen "sehr hohen Drucks" oder Veränderungen an der biologischen Struktur der Pflanzen. Woher diese kamen, sei unklar geblieben. Einiges habe darauf hingedeutet, dass da "Energien ähnlich der einer Mikrowelle" beteiligt gewesen seien, sagt Müller. "Da sagen dann die Skeptiker, gut, dann ist da eben einer mit der Mikrowelle herumgelaufen."

Auch Kornkreis-Fälscher stoßen an ihre Grenzen

Auch er hat schon oft Fälscher auf frischer Tat ertappt. "Die sind dann meistens mit Walzen oder Brettern unterwegs, sagen aber selbst, dass sie für einen Kornkreis mit 50 Metern Durchmesser sechs bis sieben Stunden brauchen." Irgendwann stoße man da an Grenzen, sowohl bei der geometrischen Komplexität der Gebilde, als auch bei ihrer schieren Größe: "Ein englischer Kornkreis brachte es einmal auf eine Fläche von 50.000 Quadratmetern und bestand aus 409 Einzelkreisen", sagt Müller. Da werde es auch für den versiertesten Kornkreismacher schwierig.

Müllers Fazit: "Ich kann mit meiner wissenschaftlichen Herangehensweise nach wie vor nicht sagen, was die Kornkreise verursacht." In Andechs war er zwar, kam für eine Analyse aber zu spät. Das müsse in den ersten Stunden nach der Entdeckung geschehen, auch wegen der Schaulustigen. Dennoch habe ihm der Kreis sehr gut gefallen. Wer ihn schuf, das bleibt trotz der 500 Euro Belohnung unklar. Es herrscht wieder Funkstille in Andechs. Die Sirianer schweigen. Wie lautete doch gleich die Botschaft von Sirius A, die von Gaby Teroerde überbracht wurde? "Ihr sollt den Kopf nicht länger in den Sand stecken."