Jahresempfang der CSU Tutzing Empfehlungen von allen Seiten

Große CSU-Familie; (v. li.) Michael Kießling, Florian Schotter, Ute Eiling-Hütig und Gerhard Eisenreich.

(Foto: Georgine Treybal)

Bürgermeisterkandidat Florian Schotter bekommt viel Zuspruch

Von Christine Setzwein, Tutzing

Eine Wahlempfehlung mit den angeblichen Schwächen des Bürgermeisterkandidaten zu beginnen, kommt in der CSU so gut wie nie vor. Thomas Parstorfer, Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Tutzing, tut es. Florian Schotter habe keine politische Erfahrung, und ein Super-Redner sei er auch noch nicht, werfen ihm Kritiker vor. "Stimmt", sagt Parstorfer. Aber: Das gehe jedem neuen Kommunalpolitiker so. Man müsse jedem Zeit geben, jeder müsse sich einarbeiten. Und das mache Schotter, der am kommenden Sonntag neuer Bürgermeister von Tutzing werden will, jetzt schon. "Er geht auf jedes Seminar, um sich auf das Amt vorzubereiten", berichtet Parstorfer am Sonntag beim Neujahrsempfang des Ortsverbands im Buttlerhof in Traubing.

Der angekündigte Ehrengast, Innenminister Joachim Herrmann, hatte kurzfristig abgesagt. Er musste nach Berlin zu den Sondierungsgesprächen über eine neue große Koalition. "Da ist er sicher besser aufgehoben als in Tutzing, damit er g'scheit verhandelt und was für uns rausholt", meinte Parstorfer. Für Herrmann kam Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich.

Der Bürgermeisterkandidat ist verschnupft und hat kaum Stimme. Trotzdem muss und will er ans Mikrofon, zu seiner ersten Rede vor "so viel Publikum". Immerhin an die 200 Zuhörer sitzen vor ihm. Auf den Innenminister hätte er sich schon gefreut, sagt Schotter. Schließlich ist Herrmann der oberste Dienstherr des Polizeioberkommissars aus Tutzing. Auch wenn er ein politischer Neuling sei, habe er berufliche Erfahrung im Polizeidienst und in der freien Wirtschaft gesammelt. Und was als Polizist gefordert werde - Führungs-, Sozial- und Fachkompetenz, Kommunikation und Motivation, Ausdauer und Belastbarkeit - seien auch gute Voraussetzungen für das Bürgermeisteramt. Er wolle Dienstleister sein für die Bürger, sagt der 42-Jährige, der schon sein ganzes Leben in Tutzing ist, der die Gemeinde kennt "wie meine Westentasche" und im Februar Vater wird. Und weil er Tutzing kennt, weiß er auch um die "vielen Baustellen", die es zu beheben gibt. "Ein weiter so reicht nicht", sagt er und bekommt viel Applaus von den Gästen.

Die Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig lobt Schotter als "bescheidenen und verwaltungserfahrenen Mann" und Horst Seehofer und Markus Söder als schlagkräftiges Team. Das meint auch der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling, der trotz aller "Visionen" von Martin Schulz fest an eine neue Koalition mit der SPD glaubt. Staatssekretär Eisenreich sieht die Hauptverantwortung des schlechten CSU-Wahlergebnisse der CSU in Berlin, macht sich Sorgen um die anderen Bundesländer beim Thema Integration, "weil wir da die besten sind", streift Bildung, Finanzen, Familienpolitik und Infrastruktur und vergisst auch die "wunderschöne Landschaft" nicht.

Eisenreich empfiehlt den Wählern Eiling-Hütig, Eiling-Hütig empfiehlt Schotter, Kießling empfiehlt alle beide, die CSU ist die "größte politische Bürgerinitiative Bayerns", und Bayern ist toll. Die Brotzeit kann aufgetragen werden.

Gespendet wurde auch: Für die Grundschule Tutzing kamen genau 1101,90 Euro zusammen.