Bürgerentscheid Inninger lehnen Umgehung ab

Beim Bürgerentscheid stimmen 56 Prozent gegen eine Entlastungstrasse im Westen. Damit fällt das Ergebnis noch deutlicher aus als bei der ersten Abstimmung. Der Bürgermeister setzt nun auf eine Sanierung der Ortsdurchfahrt

Von Astrid Becker, Inning

Mit einer deutlichen Mehrheit lehnen die Inninger die Verlegung der Staatsstraße in den Westen des Ortes ab. Das hat der Bürgerentscheid am Sonntag ergeben. Die Wahlbeteiligung war außergewöhnlich hoch. Von den 3560 wahlberechtigten Inningern sind fast 2700 zur Abstimmung gegangen. 56 Prozent haben mit Nein gestimmt, 44 Prozent mit Ja.

Bürgermeister Walter Bleimaier nannte das Resultat am Abend "eine deutliche Bestätigung des Ergebnisses von 2013". Ähnlich reagierte die Gemeinderätin Barbara Wanzke von den Grünen, die von Anfang an gegen die Entlastungsstraße votiert hatte. Sie war im Vorfeld des ersten Entscheids ihres Amtes als Verkehrsreferentin enthoben worden. Das Votum der Inninger sieht sie als Bestärkung, "mit vereinten Kräften nun die Aufgabe voranzutreiben, die Hauptstraße zu sanieren".

Bürgermeister Walter Bleimaier (links) verkündet im Inninger Rathaus das Ergebnis des Bürgerentscheids.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Ein genauer Blick auf die Auszählung in den verschiedenen Wahllokalen zeigt, dass die Ansichten je nach Lage unterschiedlich sind. Während sich im Osten eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent für die Umgehung aussprach, votierten im Westen 72 Prozent dagegen. Im Ortsteil Buch sah es hingegen knapper aus. Dort stimmten 306 Wähler mit Nein, 230 mit Ja. Ein ungewöhnlich großer Teil der Inninger hatte schon vorher per Briefwahl abgestimmt. Knapp 1000 Wähler hatten die Unterlagen angefordert, um zu Hause ihr Kreuz zu machen. Bei der ersten Abstimmung im Dezember 2013 lagen die Gegner mit 204 Stimmen vorne, diesmal waren es 228.

Die Gegner einer Entlastungstrasse im Westen des Ortes haben sich zum zweiten Mal durchgesetzt.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Nach der Auszählung war den Gegnern einer Umgehung die Erleichterung anzusehen. Robert Kaltenbrunner von der Bürgerinitiative für Innings Zukunft (BIZ) kommentierte das Ergebnis mit den Worten: "Im Moment bin ich sehr erschöpft, aber es ist gut, dass es so ausgegangen ist". Er habe nicht erwartet, dass das Ergebnis nach dem "Lapsus" der Bürgerinitiative "Unser Inning erhalten" so deutlich ausfallen werde. Die Initiative rund um Hermann Zima hatte mit zwei Lärmbelastungskarten um die Gunst der Wähler geworben. Die eine stammte aus dem Lärmgutachten, mit dem die Gemeinde die Firma Accon beauftragt hatte, die andere basierte auf eigenen Hochrechnungen der Initiative, wie die Lärmbelastung möglicherweise durch eine Umgehung ansteigen könnte. Unkorrekterweise war jedoch unter beiden Karten als Quelle nur die Firma Accon genannt. Dies hatte in der Gemeinde zu einer verbalen Schlammschlacht geführt, in der die Befürworter vom Verein Pro Inning als Wortführer auftraten. Bei der Bekanntgabe des Endergebnisses im Rathaus ließen sie sich nicht blicken.

Bürgermeister Bleimaier hofft, dass sich die Wogen, die dieses Thema in seiner Gemeinde geschlagen hat, nun glätten. Zusammen mit dem Gemeinderat strebt er nun an, möglichst bald das Verkehrskonzept von Paul Bickelbacher vorlegen und auf dieser Basis mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt beginnen zu können. Eine erste Bürgerwerkstatt dazu hatte im vergangenen Sommer stattgefunden, eine zweite soll nun im März abgehalten werden. Das Gutachten dazu, auf das alle in der Gemeinde warten, liege aber immer noch nicht vor, sagte Bleimaier. An das Votum der Bürger sieht er sich auch diesmal streng gebunden. Bis zum ersten Entscheid in dieser Frage war er stets als Befürworter der Trasse aufgetreten. Er hatte jedoch bereits damals verkündet, die Entscheidung der Bürger zu respektieren.