Inning Häuser und Ortsmitte nach Gasalarm evakuiert

Bei Wartungsarbeiten an einem frei stehenden Tank entweichen 3000 Liter Flüssiggas. Fast 150 Retter bemühen sich, eine Explosion zu verhindern.

Von Christiane Bracht

Wartungsarbeiten an einem Flüssiggastank in Inning haben am Dienstagvormittag mit einem Großeinsatz geendet. 80 Feuerwehrler, 30 Kräfte vom Bayerischen Roten Kreuz sowie 35 Polizisten mühten sich mehrere Stunden lang, eine drohende Explosion zu verhindern und ein entstandenes Leck abzudichten. Laut Polizei war einem 42-jährigen Techniker beim Service an dem frei stehenden Tank offenbar ein Fehler unterlaufen. Die Beamten schätzen, dass 3000 Liter Flüssiggas aus dem Tank entwichen. Die Gefahr war erst um 13.20 Uhr gebannt. Die Kriminalpolizei ermittelt nun gegen den Techniker wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Brandgefahr.

Die Feuerwehr versprüht eine Wasserwand während der Arbeiten an dem defekten Gastank vor einem Wohnhaus. Foto: Fuchs

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Der Alarm war um 8.25 Uhr bei der Polizei Herrsching eingegangen. Als die Einsatzkräfte in die Mühlstraße kamen, wo der Tank steht, hatte sich der stechende Geruch des Gases bereits ausgebreitet. Während die Feuerwehr sofort damit begann, die Konzentration des explosiven Gemisches zu messen, um entsprechend reagieren zu können, machte sich die Polizei daran, alle Häuser und Geschäfte im Umkreis von 200 Metern um den Tank zu räumen. Zur Sicherheit wurden auch Strom und Gaszufuhr in dem Bereich abgestellt. Außerdem sperrten die Beamten die Mühl- und die Hauptstraße durch den Ort ab. Der Verkehr wurde auf die Autobahn umgelenkt; dort ging es deshalb den ganzen Vormittag über nur zäh voran.

Damit keine giftigen Gasdämpfe mehr aufsteigen konnten und sich das Gemisch nicht weiter unkontrolliert ausbreitete, besprühten die Feuerwehrmänner den Tank während der ganzen Zeit mit Wasser. Um sich zu schützen, mussten die Helfer silberne Schutzanzüge tragen. Ihre Kameraden näherten sich mit Atemschutzmasken dem Tank, um das Leck abzudichten. Wie sich rasch herausstellte, war dies ein schwieriges Unterfangen. Denn der Behälter stand unter hohem Druck, und die Experten befürchteten, dass er explodieren könnte. Mit Spanngurten und spezieller Knetmasse gelang es den Feuerwehrlern schließlich nach eineinhalb Stunden, das Leck zu schließen. Die Firma, die den Tank normalerweise füllt, musste zu Hilfe eilen und das Gas abpumpen. Erst gegen 13 Uhr war der 5000 Liter fassende Behälter leer.

Bevor Entwarnung gegeben werden konnte, inspizierte die Feuerwehr jedoch noch alle Keller in der Nachbarschaft, denn Gas ist schwerer als Luft und verteilt sich auf dem Boden wie Wasser. Außerdem behielten die Einsatzkräfte während der ganzen Zeit die Abwasserkanäle und den nahen Bach im Auge, damit sich nirgends ein hochexplosiver Gassee bilden konnte. "Es hätte auch sein können, dass einer eine Zigarettenkippe in den Gully schmeißt und der Deckel hochgeht", so Feuerwehrsprecher Anton Graf. Aus angemessener Entfernung beobachteten Schaulustige das Spektakel.