Infrastruktur in Krailling Kaufen statt erholen

Es wird flaniert und sogar Schach gespielt auf dem Paulhan-Platz in Krailling. Künftig allerdings sollen dort bis zu zweimal pro Woche Händler ihre Waren anbieten dürfen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Gemeinderat hält an den Plänen fest, den Wochenmarkt auf den Paulhan-Platz zu verlegen. Bürger ärgern sich darüber und wollen den Ort als "Grüne Oase" erhalten.

Von Carolin Fries

Etliche Kraillinger Bürger hatten ihren Unmut kundgetan, doch die Gemeinde bleibt dabei: Der Wochenmarkt soll im Zuge der Umgestaltung der Ortsmitte auf den Paulhan-Platz umziehen. Viele Stellungnahmen waren im Auslegungsverfahrens zur Aufstellung des Bebauungsplanes eingereicht worden, bei der Bürgerversammlung wurde der Antrag gestellt, der Gemeinderat möge den Umzug des Wochenmarktes vom Parkplatz der Brauerei-Gaststätte auf den Paulhan-Platz noch einmal überdenken. Die "grüne Oase" und der "Ort zum Verweilen" wie der Platz an der Pentenrieder Straße in einer Stellungnahme beschrieben wurde, solle als solcher erhalten bleiben, so die Forderung.

Die Kritik der mehr als 15 Kraillinger, die sich schriftlich geäußert hatten, setzte an verschiedenen Punkten an. So sei der Paulhan-Platz für die Marktstände und entsprechende Parkflächen zu klein, hieß es immer wieder. Fußgänger und Radfahrer seien zudem schlechter gesichert. Auch die geplante, weitgehende Umwandlung der Wiese in einen Sandstreuplatz erregte Unmut. Von einer "Sandwüste" schrieb ein Bürger, was "eine Zumutung" sei. Gemeinderat Rudolf Heidrich (Freie Bürgergemeinschaft Krailling) wollte wissen, ob das mit der Gesundheitsbehörde abgestimmt sei. Schließlich habe die Gemeinde einst den staubigen Brauerei-Parkplatz teilweise asphaltieren müssen, um den Lebensmittelverkauf dort zu ermöglichen. Die Rathaus-Verwaltung betonte, das Einvernehmen des Gesundheitsamtes liege vor. Darüber hinaus gebe es ausreichend Platz, alles sei bei der Planung sorgfältig abgemessen worden. Und von wegen Wüste: Für ein breites Staudenbeet habe man in den Gemeindegremien wunderschöne Blumen ausgewählt, in Kübeln und Trögen seien weitere Pflanzungen denkbar. Bürgermeisterin Christine Borst (CSU) zeigte sich überzeugt, dass der in dieser Art gestaltete Paulhan-Platz eine "Bereicherung" für die Kraillinger sein werde. Hier könne man sich zu einer Partie Boule treffen, "fehlen eigentlich nur noch die Platanen."

Auch für Adrienne Akontz (Grüne) überwogen die Vorteile der neuen Planung. "Wir verlieren zwar ein wenig Grün, aber wir gewinnen ganz viel." Vorausgesetzt, der Markt wird auch auf dem Paulhan Platz angenommen, wie Stephan Bock (SPD) betonte. Er verwies auf eine Stellungnahme der Marktsprecherin Christiane Lüst, die den Umzug als positiv bewertet. Für den Fall aber, dass es wider Erwarten nicht funktioniert, hatte diese die Option erwähnt, zurück auf den Brauerei-Parkplatz ziehen zu können. Diese Möglichkeit solle auch die Gemeinde im Blick haben, so Bock, um den Paulhan-Platz dann gegebenenfalls wieder in eine Wiese zu verwandeln. Sebastian Sefzig (FDP) schlug vor, den Umzug des Wochenmarkts und seine Auswirkungen nach einem Jahr im Gemeinderat zu analysieren.

Mit großer Mehrheit stimmte das Gremium für den Umzug des Wochenmarkts und wägte auch sonstige Stellungnahmen ohne größere Planungsänderungen ab. Lediglich die FBK-Gemeinderäte Dietlind Freyer-Zacherl und Rudolf Heidrich stimmten dagegen, was Mathias Walterspiel (CSU) als "Torschlusspanik" deutete. "Seit fünf Jahren steht der Plan, den sollten wir jetzt nicht über den Haufen werfen", hatte er zuvor appelliert. Abgeschlossen ist die Ortsmitte-Planung damit aber noch nicht. Ein weiterer Antrag aus der Bürgerversammlung zielt darauf ab, die geplante Pflasterung mit Granit aus Kostengründen durch ein Betonpflaster zu ersetzen. Darüber muss der Gemeinderat in den kommenden Wochen noch einmal beraten.