Gilching/Germering Weniger Gewaltverbrechen

Andreas Ruch, Jürgen Dreiocker und Erich Heinz (von links) vor dem Gilchinger Rathaus.

(Foto: Nila Thiel)

Die Zahl der Delikte im Einzugsgebiet der Germeringer Polizei sinkt 2017 auf 54 Fälle. Immer häufiger gehören Jugendliche zu den Tätern. Insgesamt ereignen sich 2203 Straftaten - 64 Prozent können die Beamten aufklären.

Von Christian Deussing, Gilching/Germering

Mit 2203 Straftaten hatte die Polizei Germering im vergangenen Jahr zu tun, die dabei ihre Aufklärungsquote um 2,7 auf 63,9 Prozent steigern konnte. Die Kriminalitätsrate ist mit 5,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016 zwar leicht gestiegen, dafür sind - ähnlich wie bayernweit - die Wohnungseinbrüche um 17,4 Prozent gesunken. Es sei erfreulich, dass die Einbrecher häufiger an besser gesicherten Häusern scheitern, berichtete am Freitag der Germeringer Polizeichef Jürgen Dreiocker vor der Presse im Gilchinger Rathaus. Seine Inspektion mit derzeit 40 Beamten ist auch für Gilching und Alling zuständig. Er appellierte zudem an die Bürger, bei verdächtigen Personen im Wohnumfeld sofort die Polizei zu verständigen und dies nicht Stunden oder Tage später erst zu tun. Das erschwere nämlich die Fahndung, so Dreiocker.

Seine Ermittler konnten mit nächtlichen Kontrollen und gezielten Aktionen vor allem in Germering die Zahl der Fahrraddiebstähle deutlich verringern. Überdies gingen im Jahr 2017 die Gewaltdelikte um 15,5 Prozent auf 54 Fälle zurück. Dagegen wächst die Internetkriminalität weiter an, bei dem Betrüger "häufig von Callcentern aus in der Türkei agieren und vermeintliche Schnäppchenpreise für Waren, Reisen und Flugtickets anbieten", warnte Polizeihauptkommissar Andreas Ruch. Durch die Vermögensdelikte und den "Warenkreditbetrug" ist laut Polizei ein Schaden von 480 000 Euro entstanden.

Ein Problem sei ebenso, dass der Anteil der Jugendlichen unter Gewalttätern um 10,2 auf 15,5 Prozent erstmals seit Jahren wieder gestiegen ist. Dabei geht es oft um Schlägereien. "Diese Entwicklung behalten wir im Auge", versicherte Ruch im Pressegespräch. Die Polizisten hatten überdies in Germering mit Tätern zu tun, die in Serie Autos zerkratzten und deren Spiegel abtraten. In Gilching beschäftigt die Polizei eine umtriebige Graffiti-Szene, die Ermittlungen zu den vielen Sachbeschädigungen dauern hierzu noch an. Dreiocker und Ruch hielten aber anhand der Jahresstatistik fest, dass es in ihrem Gebiet "noch relativ gesittet" zugehe und man auf dem nächtlichen Heimweg keine Angst haben müsse. Eine insgesamt positive Bilanz zog auch Erich Heinz, Verkehrsexperte bei der Germeringer Polizei. So gab es im vergangenen Jahr deutlich weniger Unfälle mit Verletzten. Sehr zu bedauern sei aber die Kollision im Frühjahr 2017 eines Autos mit einem Kleintransporters, denn bei dem Unfall auf der B 2 bei Germering war ein Kind ums Leben gekommen. Dennoch gebe es laut Heinz im Inspektionsgebiet seit Längerem schon immer weniger Verkehrstote, was sicher mit der verbesserten Fahrzeugsicherheit zu tun habe.

In Gilching ereigneten sich 416 Unfälle mit 65 verletzten Personen und in Germering 967 Kollisionen mit 116 Verletzen. In Alling wurden 110 Unfälle registriert, bei denen 18 Insassen verletzt worden sind. Die Gesamtzahl der Fahrrad- und Motorradunfälle blieb laut Statistik relativ konstant, die Unfallfluchten verringerten sich aber von 410 auf 389 Fälle.

Die meisten Wildunfälle passierten im Allinger Raum, gemeldet wurden 46 Zusammenstöße mit Tieren. Als Unfallschwerpunkte nannte Heinz unter anderem den Gilchinger Röchnerknoten an der Landsberger Straße, die Spange der Staatsstraße 2544, die Autobahnausfahrt Germering Süd in Richtung München und die Bundesstraße 2, zum Beispiel bei der Roggensteiner Allee.