Gericht Handy ohne Rechnungen

Frau soll unter falschem Namen Verträge abgeschlossen haben

Von Christian Deussing, Starnberg

Auf den Namen ihrer Freundin soll eine damals 20-jährige Starnbergerin Handyverträge abgeschlossen, ein iPhone bestellt und die Rechnungen dazu nicht bezahlt haben; dabei ist laut Anklage ein Schaden von fast 1600 Euro entstanden: Die junge Frau musste sich am Dienstag wegen der Betrugsvorwürfe vor dem Jugendgericht Starnberg verantworten. Doch sie stritt die Taten ab und behauptete, dass die Handygeschäfte vor eineinhalb Jahren mit ihrer ehemaligen Freundin abgesprochen gewesen seien.

Das wiederum schilderte die Kontrahentin, die sich schlicht abgezockt fühlte, ganz anders. "Nichts war abgesprochen", sagte die Zeugin in der Verhandlung. Sie habe zunächst Rechnungen und später ein Inkasso-Schreiben erhalten. "Ich habe den Kontakt mit meiner Freundin deshalb abgebrochen und Anzeige erstattet", berichtete die 21-jährige Betrogene, die weitere Rechnungsbelege und Kontodaten als zusätzliche Beweise zum Prozess mitgebracht hatte. Sie würdigte die einstige Freundin kaum eines Blickes, die Spannungen zwischen beiden jungen Frauen waren spürbar. Die Zeugin berichtete davon, dass vier Mobilfunkverträge unwissentlich unter ihrem Namen gelaufen seien - wohl auch deswegen, weil die frühere Freundin einen Schufa-Eintrag gehabt habe.

Nach Ansicht der Staatsanwältin habe die Angeklagte mit "hoher krimineller Energie" gehandelt, was die Aussagen der Zeugin sowie Ermittlungen bestätigten. Zudem seien die Schilderungen der Starnbergerin nicht glaubhaft und uneinsichtig. Die Anklägerin forderte im Plädoyer eine Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu 15 Euro, also 2400 Euro, womit auch eine bislang nicht bezahlte Strafe für fünfmaliges Schwarzfahren miteingerechnet wurde.

Allerdings wehrte sich die Angeklagte in ihrem Schlusswort vehement gegen die Vorwürfe und bezichtigte die Zeugin, sie in sozialen Netzwerken beleidigt zu haben. "Es ist traurig, was sie mit mir abgezogen hat und wie sie mich als Betrügerin hinstellt", erklärte die Schülerin. Die einstige Freundin habe jeden Kontakt abgeblockt, "als ich die Sache regeln wollte". Die angeklagte Frau sagte, dass alles anders gelaufen sei und ihr "eine Falle gestellt" worden sei. Das könne sie auch anhand von Chats und Unterlagen belegen.

Jugendrichter Ralf Jehle gab der Angeklagten die Chance, die Dokumente im Prozess vorzulegen und verschob das Urteil auf den 2. Mai.