Gemeinde Feldafing Streit um Zukunft der Albers-Villa

Die Gemeinde Feldafing will bei der Nutzung des Seeufer-Grundstücks mitreden.

Von Otto Fritscher

Es sind widerstreitende Interessen, die in der Diskussion über die Zukunft der Hans-Albers-Villa in Garatshausen deutlich werden. Der örtliche Kulturverein würde das Gelände, das direkt am Seeufer liegt, am liebsten für kleines Geld kaufen und ein Museum für den "blonden Hans" einrichten. Der Freistaat, dem das Gelände gehört, will es aber möglichst gewinnbringend versilbern. Und die Gemeinde Feldafing will wiederum verhindern, dass dort große Neubauten errichtet werden.

"Bevor ein neuer privater Besitzer mit hanebüchenen Vorstellungen an uns herantritt, sollten wir das ganze Verfahren lieber mitgestalten", forderte Bürgermeister Bernhard Sontheim die Feldafinger Gemeinderäte am Dienstag auf. Ergebnis ist der einstimmige Beschluss, "einen Bebauungsplan über das Grundstück zu legen", so Sontheim.

Darin will die Gemeinde ihre Vorstellung über die künftige Nutzung festlegen. "Dann wird das Grundstück aber noch wertvoller. Können wir davon nicht profitieren, wenn es der Freistaat verkauft?", fragte Frank John (CSU). Was Sontheim mit dem Hinweis kommentierte, er müsse dann "als Bürgermeister seinen Dienstsitz nach Stadelheim verlegen, weil das ein Kopplungsgeschäft ist".

Kritik am Vorgehen des Freistaats kam von Anton Maier (Grüne). Er monierte, dass es auf dem Grundstück für die Öffentlichkeit keinen Zugang zum See gebe. "Dabei steht der freie Zugang zu den Ufern in der Bayerischen Verfassung", sagte Maier. Sein Fazit: "Das ist ein Sündenfall."

Als der Schauspieler und Sänger Hans Albers noch in seiner Villa lebte, grüßten ihn die Kapitäne der Ausflugsdampfer im Vorbeifahren mit einem langen Ton aus dem Signalhorn. Das Grundstück kam später in den Besitz des Freistaats, der darauf eine Außenstelle der Fischereischule unterbrachte.