Gauting Vielseitige Talente

Wer sein Rad am Tutzinger Bahnhof abgestellt hat, hat ein Problem.

(Foto: Treybal)

Schüler des TUM-Kollegs präsentieren ihre Arbeiten

Von Max Hempel, Gauting

Sie haben gelernt, geforscht und schließlich gearbeitet. Die Schüler des TUM-Kollegs - eine wissenschaftliche Kooperation zwischen dem Otto-von-Taube Gymnasium und der Technischen Universität München - präsentierten beim Wissenschaftstag die Resultate ihrer zweijährigen Arbeit. Die 16 Schüler des Kollegs haben sich mit den Disziplinen Medizin, Physik, Chemie und Informatik befasst. Häufig ist dabei zu erkennen, dass sich die Schüler mit Problemen aus ihrer Freizeit oder dem Alltag beschäftigten.

So zum Beispiel Daniel Thugut und Felix Harst, die sich mit Leichtbau in der Produktentwicklung auseinandergesetzt hatten. Das Problem der beiden scheint dabei ebenso banal wie einleuchtend. Daniel ist in seiner Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und hat bei Übungen auf seinem Helm eine relativ schwere Lampe befestigt, die bei längerem Tragen dazu führt, dass sich der Nacken verspannt und der Feuerwehrmann nach einiger Zeit mit Kopfschmerzen zu kämpfen hat. Er hat daher mit seinem Partner eine viel leichtere Helmlampe konstruiert, die das Problem in Zukunft lösen könnte.

Ihr anschließendes Praktikum haben die Jugendlichen an den verschiedensten Orten weltweit absolviert. Schülerin Julia Petersen hatte es sogar an das andere Ende der Welt, nach Shanghai, verschlagen. Während der Vorstellung ihres Auslandspraktikums gerät sie ins Schwärmen. "Das muss man einfach erlebt haben", erzählt sie mit glänzenden Augen. Neben den vielen Einblicken in die Industrie habe sie auch einfach eine wunderschöne Zeit gehabt und viele neue Menschen kennengelernt, zu denen sie zum Teil immer noch Kontakt habe, so die Schülerin. Ob die Schüler nun in China, Island oder Uganda waren, sie alle sind begeistert von den vielen Eindrücken und Erfahrungen in den Berufszweigen und wissenschaftlichen Feldern, die sie machen durften. Für Studiendirektor Markus Stöckle ist das der gewünschte Effekt des TUM-Kollegs. Das Studium Generale, Forschungsarbeiten und Auslandspraktika seien besser als jede Studienberatung für die Schüler. Durch gezielte Förderung von naturwissenschaftlich interessierten Schülern, könne man diese bereits in der Schule auf ein Studium in den MINT-Fächern vorbereiten. "Somit können wir begabte Schüler in die richtigen Startpositionen bringen", sagt Stöckle. Topleute für die Entwicklung werden nämlich derzeit händeringend gesucht. Das TUM-Kolleg funktioniert in dieser Hinsicht als Kaderschmiede. Übrigens wird im TUM-Kolleg schon seit Jahren die Annahme, dass sich nur Jungen für Naturwissenschaften interessieren, jedes Jahr aufs Neue entkräftet, wie Stöckle bestätigt. "Es sind immer nahezu gleich viele Jungen und Mädchen im Kolleg."