Gauting Stefan Britt ist tot

Sei ironisches Lächeln und seine Schlagfertigkeit werden den Gautingern fehlen. Der Maler Stefan Britt ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

(Foto: Fuchs)

Von Blanche Mamer, Gauting

Der Maler und Aktivist Stefan Britt ist tot. Er starb vergangene Woche nach längerer Krankheit im Alter von 89 Jahren. Die Gautinger werden den umtriebigen, asketischen Typen mit der Latzhose vermissen, dessen ironisches Lächeln genau so bekannt war, wie seine Freude am Diskutieren, seine Schlagfertigkeit und sein Eintreten für einen menschlichen Sozialismus. 1932 kam er mit den Eltern aus Österreich nach Gauting, seit 1933 lebte er in der Magdalenenstraße.

1942, mit 16 Jahren, wurde er in die Wehrmacht eingezogen, kam in russische Kriegsgefangenschaft, wo er, wie er im Mai im Bosco beim "Tee bei Sabine" sagte, immer menschlich behandelt worden sei. Zurück in Gauting, bekam er die Schwere des Lebens zu spüren, musste Arbeit finden und hat alles gemacht, was anfiel. Er zog viel herum, begann zu malen und in Salzburg Kunst zu studieren, kurz auch bei Oskar Kokoschka. In einem Künstlerdorf lernte er seine spätere Frau, die Kanadierin Carol Irmhof, kennen. Das Paar bekam zwei Töchter.

Zurück in Gauting, initiierte er 1972 den Zusammenschluss der Gautinger Maler und Bildhauer und wurde der erste Vorsitzende des Kunstvereins. Doch bald schon verließ er den Vorstand, engagierte sich für die SPD, klebte Plakate und organisierte Diskussionen. "Freiheit und Selbstständigkeit waren für ihn absolute Werte", heißt es 1979 in einem Porträt in "Gautinger Künstler-Skizzen". Doch die Sozialdemokraten waren ihm irgendwann auch zu lahm, er sah sich als Anarchist. Nach 1990 wandte er sich der PDS zu und unterstützte die Gründung der "Linken" in Starnberg.