Gautinger Haushalt Ein Neuner zu viel

Jürgen Schade entdeckt Tippfehler in der Finanzplanung

Von Michael Berzl, Gauting

Es ist nur ein Neuner zu viel, aber diese eine Ziffer hat immense Auswirkungen und bringt die Finanzplanung in Gauting völlig aus dem Lot. Theoretisch jedenfalls. Der Gemeinderat Jürgen Schade (Grüne) hat den Tippfehler im Etat schon entdeckt und sogleich seine Ratskollegen, die Bürgermeisterin und den Rathaus-Geschäftsführer darauf aufmerksam gemacht. Er habe "ein Weihnachtsgeschenk in Höhe von 1,8 Millionen Euro" jubelt er in seinem Schreiben. Den Fehler habe er auch schon entdeckt, wiegelt der Geschäftsleitende Beamte, Joachim Graf, ab, die Zahl werde korrigiert und habe auf den Haushalt für das nächste Jahr ohnehin keine Auswirkungen.

Laut Schade hat der Tippfehler aber "einen gigantischen Rechenfehler verursacht". Ihm war aufgefallen, dass die Ausgaben bei einer Haushaltsstelle nur im Jahr 2017 viel höher liegen als davor und danach. Und zwar sei ein Betrag von 185 000 Euro vorgesehen, eingetragen wurden aber 1 985 000 Euro. An der zweiten Stelle steht also eine "9", die dort nicht hingehört. Die Kostenmehrung ziehe sich durch alle weiteren Berechnungen. So sei ein viel zu hoher Zuschuss für die Kindergärten angesetzt, der ganze Verwaltungshaus falle zu umfangreich aus. So dramatisch wird es nun nicht, Schade freut sich, "etwas mehr weihnachtlichen Schein in das Dunkel des Haushaltsentwurfs" zu bringen.

Tatsächlich sieht es finanziell in Gauting düster aus. Die Schulden steigen, Rücklagen schrumpfen, und bei den Ausgaben soll noch einiges gestrichen werden. Die Eckdaten des Haushalts wurden bereits öffentlich vorgestellt, die Beratungen beginnen im Finanzausschuss am Dienstag, 12. Januar, und werden zwei Wochen darauf fortgesetzt. Der gesamte Gemeinderat könnte dann am 2. Februar den Etat beschließen.