Gauting Anwohner protestieren

Die Anwohner beteuern, sie seien nicht gegen Flüchtlinge, sondern gegen diesen Standort.

(Foto: Franz-Xaver Fuchs)

Gautinger wehren sich gegen geplante Halle für Flüchtlinge

Von Blanche Mamer, Gauting

Der Bagger steht schon bereit auf dem Feld an der Straße zum Gautinger Sportclub. Bunte Luftballons markieren die Umrisse der geplanten Halle für Flüchtlinge. Etwa 30 Anwohner haben sich am Straßenrand versammelt. Gegenüber stehen Mitarbeiter vom Helferkreis Asyl, der katholischen und evangelischen Jugend und eine Gruppe vom Kulturspektakel. Sie halten Schilder hoch mit der Aufschrift "Flüchtlinge willkommen" und ein Banner mit den Worten: "In Gauting sind alle willkommen".

Die Anwohner beteuern bei der kleinen Kundgebung am Samstag, sie seien nicht gegen Flüchtlinge, sondern gegen diesen Standort. Es werde "massiv in unsere bürgerlichen Rechte eingegriffen", beklagt zum Beispiel Andreas Dietzel. Private Bauanfragen in dem Bereich habe die Gemeinde bisher immer abgelehnt. 80 Anwohner haben sich mit einem Protestbrief an Landrat Karl Roth gewandt und Kopien an Regierungspräsident Christoph Hillenbrandt und an die Gemeinderäte geschickt. Als Argumente gegen die Halle an der Leutstettener Straße führen sie unter anderem den Naturschutz, Lärmbelästigungen und höheres Verkehrsaufkommen an. Zudem werde der dortige Schlittenberg unbenutzbar. Sie befürchten auch, dass noch eine zweite Halle errichtet werden könnte. Dafür gebe es einen noch geheim gehaltenen Beschluss des Bauausschusses, sagt ein Anwohner, der nicht genannt werden will. "Wir verteidigen unser Recht und werden dafür in die rechte Ecke gestellt", klagt Irmgard Moser, die nach eigenen Angaben Flüchtlingen Deutschunterricht gibt.

Als Alternativstandorte schlagen die Anwohner der Leutstettener Straße zum Beispiel das Areal des Wertstoffhofs an der Planegger Straße, den leer stehenden Wunderl-Hof an der Starnberger Straße oder das wegen Baumängeln gesperrte Schulhaus an der Bahnhofstraße vor. Die evangelische Pfarrerin Johanna Gräf will nun als Vermittlerin auftreten und Beschwerdeführer und Behördenvertreter an einen Tisch bringen.