Gastronomie in Starnberg Die Geheimnisse von Meister Vu und Meister Long

Mit dem "Tu Nong" eröffnet Familie Tang das erste vietnamesische Lokal in der Kreisstadt.

Von Otto Fritscher, Starnberg

Die Starnberger kannten es fast drei Jahrzehnte lang als das chinesische Restaurant "Rosengarten". Bis vor kurzem war es einige Monate lang geschlossen, doch seit einigen Tagen künden Luftballons an Tür und Säulen vor den Fenster von einer Wiederbelebung: Die vietnamesische Familie Tang führt nun das Lokal "Tu Nong" mit knapp 90 Plätzen.

Nicht nur die Speisenkarte ist komplett neu, sondern auch die gesamte Inneneinrichtung. Tische aus dunklem Holz, die nicht zu eng beinander stehen, einige wenige Dekorationsaccessoires. Auf die Verwandlung in eine Drachenhöhle, einen asiatischen Tempel oder ähnliches hat man dankenswerterweise verzichtet. Stattdessen haben sich die Pächter bei Kleinigkeiten sichtlich Mühe gegeben: Der bislang kaum genutzte Garten bietet nun für rund 50 Gäste eine kleine Oase der Ruhe mitten in Starnberg. Im hinteren Teil ist ein kleiner Kräutergarten, der von einigen Gartenzwergen bewacht wird - nun ja.

Die Familie Tang stammt ursprünglich aus Vietnam, der Hafenstadt Hai Phong. Sie führt bereits zwei Lokale im Münchner Osten: das "Thi Minh" in den Riem-Arcaden und das "Tangcubi" in Trudering. Nun werden auch im "Tu Nong" an der Münchner Straße 4 Spezialitäten aus der japanischen, thailändischen und vietnamesischen Küche serviert, erklärt Geschäftsführer Tu Tang. Zu den Spezialitäten des Hauses zählt die Frühlingsrolle, die hier aber nicht nach dem bekannten Einheitsrezept zubereitet wird. "In meiner Heimat wird sie mit Kräutern, Kohlrabi und einem speziellen Koriander zubereitet", erklärt Tu Tang. Die Zutaten beschafft er über einen asiatischen Lebensmittelgroßhandel.

Hinter den Kulissen werkeln Meister Vu, wie sie ihn hier nennen, der als Sushi-Spezialist gilt, und Meister Long, der schon seit 15 Jahren für die Lokale der Familie Tang kocht. Für den Service ist Pham zuständig. Generell sei die vietnamesische Küche "eine leichte", sagt Tu Tang, der aus der Hafenstadt Hai Phong stammt und seit 1994 in Deutschland lebt. In der Küche werde "alles verwendet, was auf dem Feld und im Garten wächst", sagt er. Es gibt Suppen, Salate, Fleisch wie gegartes Huhn, aber auch Fisch. So findet sich auf der Speisenkarte der Hinweis, dass die Gerichte den ursprünglichen Geschmack der traditionellen vietnamesischen Straßenküche transportieren sollen. Geöffnet hat das Tu Nong jeden Tag von 11.30 bis 15 Uhr und von 17 bis 23 Uhr.