Garatshausen Hängepartie

Inmitten eines großen Gartens liegt die Villa des ehemaligen Sängers und Schauspiels Hans Albers in Garatshausen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Die Nutzung der Albers-Villa ist immer noch offen - etwa als Quartier für Asylbewerber

Von Otto Fritscher, Garatshausen

Ihre Glanzzeit hatte die Villa wohl gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als der Verwalter von Schoss Garatshausen in dem 1865 gebauten Haus direkt am Seeufer wohnte. In den 1930er Jahren kaufte dann der Schauspieler und Sänger Hans Albers die Villa; nach dessen Tod im Jahr 1960 lebte seine Lebenspartnerin Hansi Burg in dem Haus, das sie dann 1971 dem Freistaat Bayern verkaufte - mit der Auflage, es für die Öffentlichkeit zu nutzen.

Doch seitdem ist nicht viel geschehen, das Grundstück liegt in einer Art Dornröschenschlaf. Zuletzt hatte der Freistaat die Absicht gehabt, das Grundstück in 1a-Lage zu versilbern, von einem Kaufpreis bis zu zehn Millionen Euro war damals im Landtag die Rede. Doch ein Käufer konnte nicht auf die Schnelle gefunden werden, denn es war und ist nicht klar, wie viel auf dem Grundstück noch gebaut werden darf. Die Albers-Villa selbst steht nicht unter Denkmalschutz. "Die Gemeinde Feldafing prüft derzeit die bauleitplanerischen Möglichkeiten", sagt Ludwig Weichselbaumer, stellvertretender Geschäftsführer der Immobilien Bayern, die für den Immobilienbesitz des Freistaates zuständig ist. Im Klartext: Je mehr Baurecht die Gemeinde zubilligt, desto höher der zu erzielende Verkaufspreis.

"Den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan hat der Gemeinderat gefasst, erste Umweltverträglichkeitsprüfungen wurden durchgeführt, drei mögliche Entwürfe gezeichnet und mit potenziellen Interessenten verhandelt. Ein Ergebnis gibt es bislang allerdings nicht", sagt Bürgermeister Bernhard Sontheim. Mehrere Nutzungsmöglichkeiten waren in den vergangenen Jahren schon im Gespräch: ein Albers-Museum, ein Spielcasino, Sontheim hatte dagegen ein feines Restaurant mit ein paar wenigen Zimmern favorisiert - ein kühner Plan.

Auch als Unterkunft für unbegleitete jugendliche Asylbewerber ist die Albers-Villa seit längerem im Gespräch. Die Immobilien Freistaat Bayern hat das Haus dafür vor fast einem Jahr dem Landkreis Starnberg angeboten. "Das wird noch geprüft. Wenn man das Haus herrichtet, ist der Renovierungsaufwand für die kleine Anzahl von Menschen, die man unterbringen könnte, sehr groß", sagt Landratsamts-Sprecherin Barbara Beck. Zwar hätten immer wieder Träger freier Jugendarbeit, die solch eine Unterkunft führen müssten, sich das Albers-Areal angesehen. Aber: "Da traut sich bisher keiner so richtig ran, weil der Aufwand doch sehr groß ist", sagt Beck. Zur Zeit liefen aber wieder neue Gespräche mit einem Interessenten, der sich noch nicht geäußert habe. So lange nicht über eine Nutzung und eine mögliche Baudichte nicht entschieden sei, werde auch ein Verkauf des Grundstücks nicht weiter vorangetrieben, sagt Ludwig Weichselbaumer von der Immobilien Bayern.

Momentan dürfte die Albers-Villa aber eine etwas andere Nutzung erfahren: Im Erdgeschosses ist allerlei Party-Ausrüstung gelagert, wie auf einem Foto, das der SZ vorliegt, zu sehen ist: Fast ein Dutzend Bierbänke sind fein säuberlich gestapelt, ein Grill und ein Partyzelt. Mit dieser Sachlage konfrontiert, sagt Andreas Kapphan vom Garatshauser Kulturverein: "Offenbar feiern da irgendwelche Leute, die einen Schlüssel haben, große Grillfeste."

Was ihm eigentlich egal wäre, wenn da nicht laut Kapphan die Aussage der Immobilien Freistaat Bayern wäre, dass man dem Kulturverein wegen angeblicher "Baufälligkeit" der Villa die gelegentliche Nutzung für Lesungen oder Konzerte untersagt habe. Zur Frage, ob auf dem Albers-Areal derweil Partys gefeiert werden, sagt Ludwig Weichselbaumer von Immobilien Bayern auf Anfrage nur: "Dazu kann ich nichts sagen."