Dießen Radfahrverbot ist aufgehoben

Erste Änderung für die temporäre Fußgängerzone in der Mühlstraße

Von Armin Greune, Dießen

Vier Mal ist inzwischen die Mühlstraße testweise an Wochenenden und Feiertagen als temporäre Fußgängerzone ausgewiesen worden - aber schon steht die erste grundlegende Änderung an. Der Dießener Gemeinderat beschloss am Montag mehrheitlich, das zunächst verhängte Radfahrverbot wieder aufzuheben: Bereits am kommenden Wochenende dürfen Pedaleure im Sattel bleiben.

Der Entscheidung ging eine intensive Diskussion voran, in der nahezu jeder Gemeinderat das Wort ergriff. Hauptargument für eine Korrektur der Verkehrsregeln war, dass selbst in den parkartigen und von vielen Flaneuren besuchten Dießener Seeanlagen das Radfahren erlaubt ist. Wer aber von dort durch die Bahnunterführung in die gepflasterte, von Gastronomie und Läden gesäumte Mühlstraße einfährt, musste an Wochenenden neuerdings absteigen. "Das versteht kein Mensch", fand etwa Thomas Häring (FW), auch Edgar Maginot (CSU) meinte: "Das akzeptiert ein Radler nie." Petra Sander (Grüne) verwies darauf, dass die Mühlstraße in allen gängigen Radwegekarten eingezeichnet sei und gerade an arbeitsfreien Tagen der Großteil der Radfahrer ortsfremde Ausflügler sind.

Auf der anderen Seite führte Michael Behrendt (UBV) an, dass nach Abschluss der Testphase im September die Fußgängerzone und die Regelungen ohnehin zur Debatte stünden. Er wollte vorher "nicht schon wieder 2500 Euro für neue Schilder ausgeben", die in drei Monaten Makulatur wären. Schließlich habe der Gemeinderat sich vor der Aktion bewusst dafür entschieden, dass die Radler, "den Hintern vom Sattel bringen". Beatrice von Liel (DB) warnte vor Pedaleuren, die "in wahnsinniger Geschwindigkeit" vom Rathaus bergab in die Mühlstraße preschen und forderte an der Einfahrt Barrieren etwa in Form von Blumenkübeln. Letztlich herrschte aber die Meinung vor, dass man einzelnen rücksichtslosen Rasern auch nicht mit Verboten Herr werde und mit 16 gegen 6 Stimmen wurde beschlossen, das Radfahren zuzulassen. Neue Schilder könnten bis zum Samstagmittag wohl noch nicht aufgestellt werden, sagte Bürgermeister Herbert Kirsch (DB), aber Radler würden auf jeden Fall nicht mehr verwarnt. Blöd auch, dass gerade an alle Haushalte Briefe verschickt werden, in denen das Radfahrverbot explizit betont wird. Dazu hatte man sich im Rathaus entschlossen, weil die Fußgängerzone anfangs von vielen Bürgern ignoriert wurde.