Datenschutz Auch die Vereine stöhnen

Walter Moser über die Auswirkungen, die die neue EU-Verordnung auf die 108 Sportvereine im Landkreis hat

Auch Vereine trifft die Neuregelung des Datenschutzes. Welche Auswirkungen die neue EU-Verordnung und das angepasste Bundesdatenschutzgesetz etwa auf die 108 Sportvereine im Landkreis haben, die dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) angehören, darüber hat der Kreisvorsitzende Walter Moser die Vereinsvorstände in mehreren Veranstaltungen informiert. "Der Begriff der ,personenbezogenen Daten' wird neben den Angaben zur Person nun auch auf Wettkampfergebnisse, Fotos, Bankverbindungen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und anderes ausgeweitet", erklärt Moser gegenüber der SZ. Für die Verwendung und Veröffentlichung dieser Daten müsse auch gegenüber den Vereinen eine Einwilligungserklärung abgegeben werden. In Vereinen, in denen mindestens zehn Personen regelmäßig automatisiert - also per EDV - Daten verarbeiten, muss künftig ein Datenschutzbeauftragter bestellt werden. Es dürfe sich nicht, so Walter Moser, um Personen in Leitungsfunktionen handeln, also keine Vorstände oder Geschäftsführer. Ein Datenschutzbeauftragter muss zwingend bestellt werden, wenn im Verein Gesundheitsdaten verarbeitet werden, zum Beispiel beim Reha-Sport. Die DSGVO sieht ferner das Recht auf Löschung und das Recht auf Übertragbarkeit vor, etwa bei einem Vereinswechsel.

Walter Moser, Kreisvorsitzender im Landessportverband, hält das Gesetz für "sehr schwer umzusetzen".

(Foto: Nila Thiel)

"Die Einführung der DSGVO ist für unsere 108 Sportvereine im Landkreis sehr schwer umzusetzen und wir hoffen, dass sich Personen im Umfeld der Vorstandschaften für diese Aufgabe zur Verfügung stellen werden", lautet das Fazit von BLSV-Kreischef Moser. Im "Vereinscockpit" des BLSV, zu dem alle Sportvereine Zugang haben, sind Musterverträge und weitere Erläuterungen hinterlegt. Spezielle Anfragen würden per E-Mail an service@blsv.de von Fachleuten beantwortet, erklärt der Kreisvorsitzende. of