Starnberg Erfahrene Ruderer verunglückt

Die vier Münchner waren ohne Schwimmwesten unterwegs

Im letzten Moment sind vier Ruderer, die keine Schwimmwesten trugen, aus dem vier Grad kaltem Wasser des Starnberger Sees gerettet worden. Die Münchner hatten am Sonntagvormittag in ihrem Vierer trainiert, der bei starkem Westwind mit Wasser volllief. Die Sportler gingen dann vermutlich bei einem Wendemanöver über Bord und klammerten sich an das Boot. Die Verunglückten sind Mitglieder des Münchener Ruder-Clubs (MRC) in Starnberg. Bei der Rettung einige Hundert Meter vom Starnberger Ufer entfernt hatten die MRC-Sportler laut Wasserwacht teilweise lebensbedrohlich niedrige Körpertemperaturen aufgewiesen. Besonders erschöpft war eine 31-jährige Frau, die sich mit letzter Kraft am Ruderboot festgehalten hatte. Ein Ruderer hatte noch per Handy einen Notruf abgesetzt. Die vier stark unterkühlten Sportler kamen in Münchner Kliniken, sind aber nach Angaben der Polizei außer Lebensgefahr.

Die Crew habe sich "nicht verbotswidrig verhalten", das betont Eler von Bockelmann, Vorsitzender des Münchener Ruderclubs. Rettungswesten würden zwar bei diesen Ausfahrten empfohlen, seien aber im Gig-Vierer-Großboot nicht Pflicht. Die betroffene Mannschaft sei sehr erfahren und habe "eigenverantwortlich" gehandelt. Wie das Unglück passieren konnte, müsse aber noch genau geprüft werden, sagte der Vorsitzende am Montag der SZ.

Bereits im April vorigen Jahres war der MRC in die Schlagzeilen geraten. Damals war ein 13-jähriger Schüler des Münchner Wilhelmsgymnasiums in seinem Einer-Rennboot auf dem See abgetrieben und beim Versuch, sich ans Ufer zu retten, im eiskalten Wasser ertrunken. Der Anfänger war ohne Begleitung gerudert, gegen zwei Aufsichtspersonen wurde deshalb später Anklage erhoben.