Starnberg Elite-Schüler unter Missbrauchs-Verdacht

An einer Starnberger Privatschule sind Handy-Videos vom Missbrauch einer 14-Jährigen entdeckt worden. Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt gegen drei Schüler. Mindestens einer von ihnen besucht die "Munich International School".

Von Birgit Lutz-Temsch

Es ist nicht das erste Mal, dass Schüler Gewaltvideos oder pornographisches Material per Handy verschicken. In dem jetzt entdeckten Fall zeigt ein Film, wie sich drei Jugendliche an einem betrunkenen Mädchen vergehen - und das Video haben sie selbst gefilmt.

Entstanden sind die Aufnahmen schon im Sommer, so Anton Winkler, der Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft I, zu sueddeutsche.de. Auf einer privaten Party im Münchner Osten habe sich eine 14-Jährige bis zur Besinnungslosigkeit betrunken. Diesen Zustand nutzten offenbar drei Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aus: "Die Jugendlichen entkleideten das Mädchen und nahmen dann sexuelle Handlungen an ihr vor", so Winkler. Aufgrund ihrer starken Alkoholisierung habe sich das Mädchen nicht an die Tat erinnern können.

Der Missbrauch wurde entdeckt, weil die Schüler per Handy ein Video aufgenommen hatten, das sie hinterher versendeten. Laut Winkler besucht mindestens einer der Täter die "Munich International School". Dort kursierten die Aufnahmen, woraufhin eine Mitschülerin einen Lehrer informierte. Die Schule alarmierte die Polizei. Die Handys mit "verdächtigem Bildmaterial" seien beschlagnahmt worden; die Münchner Kriminalpolizei ermittelt.

Winkler äußerte sich außerdem besorgt über den immer fahrlässigeren Umgang mit Alkohol bei Jugendlichen: "Eltern sollten darauf hinwirken, dass ihre Kinder nicht mehr so viel trinken, dass sie überhaupt nicht mehr Herr ihrer Sinne sind." Der zunehmende Missbrauch von Alkohol unter Jugendlichen sei erschreckend - und damit steige auch die Gefahr, zum Opfer zu werden.