Endlich freie Fahrt: Die letzte Wochenendsperrung ist überstanden, am kommenden Wochenende herrscht wieder Normalbetrieb im Tunnel zwischen Hackerbrücke und Ostbahnhof. Die Bahn rechnet aber schon mit neuen Pannen.
Seit 11. Januar 2003 war die Kernpassage an Wochenenden wegen des Umbaus von Signalen und Stellwerken für den Zehn-Minuten-Takt gesperrt.
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200 Kilometer verlegtes Signalkabel, 719 neue Gleismagnete, 40.000 Meter Fernmeldekabel: Beim Pressetermin zum Abschluss der Tunnelarbeiten präsentierte die Bahn Zahlen zur 90 Millionen Euro teuren unterirdischen Modernisierung. Für die Fahrgäste dürfte dabei die wichtigste Nachricht sein, dass wieder alles fast beim Alten ist.
Nach 49 S-Bahnlosen und vor allem zu Beginn chaotischen Wochenenden soll unter Tage pünktlich zum Faschingswochenende am 21./22. Februar wieder alles reibungslos laufen. Die Münchner S-Bahn habe ihre "schwierigste Aufgabe seit ihrem Bestehen" planmäßig bestanden, sagte Siegfried Lämmermeyer, Leiter des DB-Netzes Süd. Man habe die veranschlagte Dauer der Bauphase sogar unterschritten: Ursprünglich hatten den Münchner 56 Störungs-Wochenenden gedroht.
"Maxl Maulwurf wurde Sympathieträger" - so sieht es zumindest die S-Bahn München GmbH, deren Geschäftsführer Heinrich Beckmann das Maskottchen der Bauarbeiten zum Liebling der Fahrgäste ausrief. Ihm sei aber auch bewusst, so Beckmann weiter, dass das vergangene Jahr in puncto Mobilität belastend gewesen sei. "Wir bedanken uns bei den Kunden, die das alles ertragen mussten." Betroffen waren samstags rund 40 000, sonntags 145 000 Kunden.
Die Modernisierungsarbeiten, notwendig für den ab 12. Dezember diesen Jahres geltenden Zehn-Minuten-Takt für drei S-Bahnlinien, sind aber noch nicht vollkommen abgeschlossen. Nachdem nun neue Signalanlagen und ein elektronisches Stellwerk (ESTW) im Tunnel installiert sind, müssen die alten Anlagen entfernt werden. Das soll nach Angaben von Lämmermeyer nachts und ohne größere Behinderung des Verkehrs geschehen.
Eine Beeinträchtigung wird es aber im Frühjahr am Ostbahnhof geben: Der Umbau des westlichen Gleiskopfes wird ab 16. April an vier Wochenenden vonstatten gehen, bis 23. Mai kann die S-Bahn dann zwischen Freitagabend (21.30 Uhr) und Montagmorgen vier Uhr nur mit Shuttlezügen durch den Tunnel fahren. Die gesamte Stammstrecke wird dann noch einmal von 27. bis 30.August gesperrt, um die ESTW-Anlage endgültig in Betrieb zu nehmen.
Dass es bei dieser Umstellung zu Pannen kommen könnte, will Lämmermeyer nicht ausschließen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass das Umsteigen auf ESTW bisher noch nie ohne Komplikationen über die Bühne gegangen sei: "Das ist die Achillesferse."
Man versuche bereits jetzt, mit einer Projektsteuerungsgruppe das Pannenrisiko in den Griff zu bekommen. Sollte die neue Technik zum Stichtermin Montag, 30.August, nicht funktionieren, werde man "erstmal mit der alten Technik weiterfahren".
Zweites wesentliches Element für den Zehnminuten-Takt, der für die S-Bahnlinien zwei, fünf und acht gelten soll, ist die Linienzugbeeinflussung LZB, bei welcher der Abstand zum vorausfahrenden Zug geschwindigkeitsabhängig geregelt und dadurch geringer gehalten werden kann. In Schulungen werden die Münchner Lokführer bereits seit vergangenem Herbst auf die neue Technik vorbereitet.
FKK-Slackliner Alexander Schulz
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