Zehntausende Fahrgäste mussten auf Bahnsteigen ausharren: Ein Kurzschluss hat für stundenlanges Chaos bei der Münchner S-Bahn gesorgt - zeitweise ging gar nichts mehr zwischen Haupt- und Ostbahnhof. Noch immer kommt es zu Verspätungen.
Ein Kurzschluss hat am Freitag ein stundenlanges Chaos bei der Münchner S-Bahn verursacht - zeitweise ging gar nichts mehr im Tunnel zwischen Haupt- und Ostbahnhof. Zehntausende Fahrgäste mussten auf Bahnsteigen ausharren, andere Fahrtmöglichkeiten ausloten oder aber sich durchs Dickicht des komplizierten Notfallprogramms kämpfen. Die MVG half trotz ihres Fahrzeug-Engpasses mit zusätzlichen Zügen bei der U 5 sowie der Tramlinie 19 aus. Die Aktion Münchner Fahrgäste forderte die Politik zu raschen Verbesserungen im MVV-Netz auf. Das einstige Vorzeigesystem verkomme immer mehr.
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Die Ursache allen Übels war ein spektakulärer Vorfall an der Donnersbergerbrücke: Dort hatte von dem Bauwerk heruntertropfendes Salzwasser die Isolatoren der Oberleitung beschädigt. Gegen 8.15 Uhr kam es zum Kurzschluss, bei dem der Fahrdraht eines Rangiergleises riss und funkensprühend zu Boden fiel. Dabei entstand ein Kabelbrand, der Teile des Stellwerks lahmlegte. In der Folge konnten nach Auskunft eines Bahnsprechers einige Weichen nicht mehr verstellt werden. Zudem funktionierte das "Fahren auf elektronische Sicht" nicht, das kurze Zugabstände ermöglicht.
Das war zu diesem Zeitpunkt freilich reine Utopie. Nach einer Inspektion der Isolatoren über den S-Bahn-Gleisen entschieden sich die Verantwortlichen für einen Austausch weiterer, ebenfalls von Salzwasser angegriffener Bauteile - würden weitere Leitungen herunterkommen, wäre eine langwierige Reparaturphase die Folge. Dazu musste die Stammstrecke für mehrere Stunden komplett gesperrt werden. Züge, die zu diesem Zeitpunkt im Tunnel waren, wurden über den Ostbahnhof ins Freie bugsiert.
In der Folge trat ein diffiziles Notprogramm in Kraft, das den Fahrgästen einiges an Streckenkenntnis abverlangte. Zeitweilig fuhr mit der Flughafen-S 8 nur eine einzige Linie durch die Röhre - und das auch nur bis zur Hackerbrücke, da die Donnersbergerbrücke unpassierbar blieb. Die S 4 wurde zwischen Pasing und Ostbahnhof nonstop über den Südring geschickt. Alle anderen Linien mussten vorzeitig wenden: im Starnberger Flügelbahnhof (S 1 aus Freising/Flughafen), in Laim (S 2 aus Petershausen) und in Pasing (S 3 aus Mammendorf, S 6 aus Tutzing). Im Osten war am Ostbahnhof (S 2 aus Erding, S 3 aus Holzkirchen) und in Giesing (S 7 aus Kreuzstraße) Endstation. Da viele Züge nicht auf den gewohnten Gleisen unterwegs waren, herrschte am Ostbahnhof ein munteres Bahnsteig-Suchen. Manchmal wurden Stationen auch ganz ausgelassen: So fuhr die S 1 zwischen Hauptbahnhof und Moosach nonstop, die S 4 ignorierte den Leuchtenbergring und Berg am Laim.
Angesichts der sich häufenden Probleme mahnt die Aktion Münchner Fahrgäste eine rasche Lösung der Nahverkehrsprobleme an - nicht nur bei der S-Bahn, sondern auch bei der U-Bahn. Dabei interessierten keine "langfristigen Lösungen für die nächsten Jahrzehnte". Für die CSU im Münchner Westen belegt die S-Bahn-Panne, wie sinnvoll eine Verlängerung der U 5 nach Pasing wäre.
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(SZ vom 18.02.2012/sonn)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
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Sie lautet wie folgt, der Herr Ude kuemmert sich ab heute persoenlich um die Zuverlaessigkeit der Verkehrsbetriebe. Auch wird jetzt schnellstens fehlendes Material nachbestellt und die Misstaende abgebaut. Im naechtsten Jahr gibt es so etwas nicht mehr, nur welches Jahr das sein soll, dass sagt er nicht.
" Die S 4 wurde zwischen Pasing und Ostbahnhof nonstop über den Südring geschickt"
Ja, und deshalb für sie in Pasing auf Gleis 2, was man jedoch den auf Gleis 8 (wo sie normalwerweise in Richtung Geltendorf fährt)wartenden Fahrgästen nicht mitgeteilt hat. Wer also mit der S8 auf Gleis 7 angekommen ist hatte keinerlei Kenntnis, wo die S4 abfährt und sollte gem. Anzeigetafel auf Zugbeschilderungen und Durchsagen achte. Durchsage gab es jedoch nicht und bis Gleis 2 sieht man nicht rüber.
Die Bahn-Mitarbeiter, die einem sagten, dass die S-Bahn auf Gleis 2 fährt, standen im Tunnel aber nicht dort, wo die Leute auf Informationen warteten und gem. Anzeige diese erhalten sollten.
Man muss ich wirklich fragen, ob die Bahn das Chaos nicht absichtlich vergrößern will, denn so wie die Mitarbeiter, die die Kunden informieren sollten, postiert waren, lässt das keinen anderen Schluss zu als ob die Bahn an der Nicht-Information interesse hätte. Denn wenn man die Kunden informieren wollte würde man sie dort postieren, wo die Informationen benötigt würden. Dort, wo die Leute aus der Innenstadt ankommen und weiterfahren wollen (bzw. Umgekehrt in Gegenrichtung am Bahnsteig stadteinwärts).
Nicht mehr auf Wunder und Weihnachten beim 2. S-Bahntunnel warten, sondern was richtiges und gutes bauen: Südring ausbau jetzt. Jede Weiche und jedes neue Signal ist sofort nützlich und hilfreich.
http://www.greencity.de/wp-content/uploads/2012/01/20120126_Bahnkonzept_PLAN_A.pdf
Beim 2. S-Bahn-Tunnel muss auf unbestimmte Zeit auf die Fertigstellung gehofft werden.
Die Münchner CSU..
Die agiert nach dem Franz- Josef- Strauß- Prinzip: Man tut so als wäre man selbst die Opposition. Dumm nur, dass sie dann im Landtag mit ihren Mannen doch den Plänen der Staatsregierung zustimmen, die rein zufällig mit denen der Stadt konform sind.
Also muss die 2. Stammstrecke her und zwar sofort!
Bis die dann in zehn Jahren fertig ist, muss die Bevölkerung dieses Dauer- Chaos eben ertragen.
Die Bevölkerung im Großraum München hat es nicht anders verdient und wählt immer jene an die Macht, die zeitnahe Zwischenlösungen ablehnen.
Selbst schuld.
Leider ist das nur der Höhepunkt einer nicht abreißenden Pannenserie. So fuhr gestern abend (16.2.) gegen 18.30 Uhr 25 Minuten lang keine S4 in den Bahnhof Donnersberger Brücke ein Richtung Ebersberg / Grafing. Es gab aber auch keine Durchsagen, obwohl der Container am Bahnsteig mit zwei Mitarbeitern der S-Bahn besetzt ist, die schön ansagen, welcher Zug aktuell gerade einfährt. Es fallen reihenweise Züge aus (gerade die Taktverstärker) oder kommen so verspätet, dass zwei Züger derselben Linie hintereinander einfahren. In den vergangenen kalten Tagen standen die Leute in der Früh am S-Bahnhof Zorneding auf einem zugigen kalten Bahnsteig bei -15 Grad 30 Minuten und länger und warteten auf einen Zug Richtung Innenstadt. Durchsagen oder korrekte Anzeigen Fehlanzeige usw. usw.
Aber die Preise für MVV Monatskarten jedes Jahr erhöhen, das geht schon, nicht wahr Herr Ude und Kollegen. Leistung wird schlechter, Preise höher, Verkehrsinfarkt rückt näher, prima, weiter so. Sie schaffen das, dass der öffentliche Personennahverkehr vor die Hunde geht (s. Probleme U-Bahn). Wir arbeiten dran, versprochen.
heilback