Stadtwerke planen neue Anlage Ein zweites Windrad für Fröttmaning

Grüne Energie aus dem Münchner Norden: Die Stadtwerke wollen ein 179 Meter hohes Windrad neben der Allianz Arena errichten. Es soll Strom für 1500 Haushalte liefern und 4,76 Millionen Euro kosten. Der verursachte Lärm ist allerdings beträchtlich.

Von Thomas Kronewiter

Die Münchner Stadtwerke kommen bei der Nutzung der Windenergie voran: Im Norden Freimanns soll es demnächst eine weitere spektakuläre Anlage geben. Zwar betont Unternehmenssprecher Christian Miehling, dass eine Investitionsentscheidung wohl nicht vor 2014 fallen wird - wenn man aus Berlin "verlässliche Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland" erwarte. Doch mit der Genehmigungsplanung für ein bis zu 179 Meter hohes Windrad wenige Hundert Meter nördlich der Fröttmaninger Fußball-Arena ist man bereits auf der Zielgeraden.

Nächste Woche soll das Projekt auf der Homepage der Stadt München präsentiert werden, auch im Amtsblatt wird es veröffentlicht. Das Okay des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann haben die Stadtwerke eingeholt. Zustimmen müssen dem Windrad-Konzept aber auch das Referat für Gesundheit und Umwelt sowie die Regierung von Oberbayern, die Veränderungen am Deponie-Konzept überwacht.

Selbst wenn alle Genehmigungen vorliegen, sind technische Probleme zu überwinden. Der Standort, ein Müllberg im nordwestlichen Quadranten des Autobahnkreuzes München-Nord, wird gegenwärtig erst mit Schlacke aufgefüllt, danach - möglicherweise von Ende des Jahres an - soll er nach dem Vorbild der Nachbardeponie eine Abdichtung bekommen. Die Stadtwerke-Planer gehen deshalb von einer Realisierung der Windkraftanlage nicht vor 2014 oder 2015 aus.

Von dem Windrad mit einem maximalen Rotordurchmesser von 118 Metern und einer Nabenhöhe von 140 Metern erwartet sich das Energieunternehmen jährlich eine Netto-Stromeinspeisung von 5 bis 6,5 Millionen Kilowattstunden. Damit wären rechnerisch circa 1500 Haushalte mit Energie zu versorgen. Zum Vergleich: Der bestehende Rotor "Föhnix" auf dem Gipfel des Fröttmaninger Berges ist 99,80 Meter hoch und versorgt etwa 1000 Haushalte mit Strom.

Das neue Projekt soll nach Berechnungen der Stadtwerke rund 4,76 Millionen Euro kosten. Etwa die Hälfte dieser Summe entfällt allein auf Maschinenbauteile. Die drei Rotorblätter werden 365 Tage im Jahr 24 Stunden laufen. Der verursachte Lärm ist nicht unbeträchtlich: Er wird mit maximal 107 Dezibel angegeben.