Stadtwerke planen massive Erhöhung Strompreise steigen um 13 Prozent

Die Münchner müssen sich auf deutlich höhere Kosten für Energie einstellen: Die Stadtwerke planen zum 1. März die massivste Erhöhung seit Jahrzehnten. Die Strompreise steigen - und auch Erdgas und Schwimmbäder werden teurer.

Von Michael Tibudd

Die Stadtwerke erhöhen in den kommenden Monaten die Preise für Strom und Erdgas, außerdem steigen die Eintrittspreise für die Schwimmbäder. Vom 1. März an sollen demnach die Strompreise im Durchschnitt um 12,9 Prozent angehoben werden. Das Erdgas wird erst nach dem Ende der Heizperiode zum 1. April teurer, die Erhöhung liegt im Schnitt bei 3,9 Prozent. Die Eintrittspreise für die meisten Schwimmbäder steigen am 1. Mai um 10 Cent, für die Saunen um 50 Cent. Der Eintritt ins Westbad kostet in Zukunft 11,30 Euro statt bisher 11 Euro.

Konkret müssen die Haushalte von März an pro verbrauchter Kilowattstunde im Tarif M-Strom Kompakt 25,32 Cent zahlen, das sind 3,21 Cent mehr als bisher. Für einen durchschnittlichen Ein-Personen Haushalt - die Stadtwerke gehen in einer Beispielrechnung von einem Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden aus - bedeutet das rund vier Euro oder zwölf Prozent mehr pro Monat.

Ein Zwei-Personen-Haushalt (Beispielrechnung: 2500 Kilowattstunden) zahlt von März an 6,70 Euro oder 12,9 Prozent mehr. Ein typischer Vier-Personen-Haushalt (4000 Kilowattstunden kommt dann auf 10,70 Euro mehr im Monat. Im Allgemeinen Tarif, den all jene Kunden haben, die sich nie um ein günstigeres Angebot gekümmert haben, ist der Anstieg noch etwas höher - plus 3,69 Cent pro Kilowattstunde.

Die Stadtwerke begründen den gestiegenen Preis vor allem mit höheren staatlichen Abgaben zum 1. Januar. So steigt die Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien von 3,6 auf 5,2 Cent pro Kilowattstunde, dazu kommen andere Umlagen, mit denen stromintensive Industriebetriebe subventioniert und Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung gefördert werden.

Bundesweit erhöhen in diesem Winter deswegen viele Anbieter ihre Preise, etliche auch schon mehrere Monate früher. Der durchschnittliche Anstieg um zwölf Prozent gilt als höchste Steigerung seit Jahrzehnten. Die Stadtwerke weisen auf ihren Internettarif M-Ökostrom hin, bei dem die Verwaltungskosten niedriger sind. Damit lassen sich 15 Euro im Jahr sparen.

Niedriger fällt der Anstieg beim Erdgas aus - rund zwei Euro im Monat beim Ein-Personen-Haushalt, knapp vier Euro beim Zwei-Personen-Haushalt, 5,50 Euro beim Vier-Personen-Haushalt - im Durchschnitt 3,9 Prozent. Hierfür machen die Stadtwerke höhere Energiepreise und höhere Kosten für den Netzbetrieb geltend. Gestiegene Betriebskosten sind auch der Grund, warum die Bäder teurer werden.

Bei Strom und Erdgas haben Kunden grundsätzlich die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln. Vergleichsportale im Internet wie Verivox oder Check24 bieten eine Übersicht über Hunderte Alternativen. Freilich sind auch bei den meisten Konkurrenten die Preise zuletzt gestiegen. Die Münchner Rathausopposition kritisiert die Preispolitik der Stadtwerke grundsätzlich: "So sozial sich die Stadtwerke immer geben, wenn es darauf ankommt, sind sie ein genauso knallhartes Unternehmen wie jedes andere auch", sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hands Podiuk.