Stadtwerke München Erdgas wird um sechs Prozent teurer

Zum 1. Juli erhöhen die Münchner Stadtwerke ihre Erdgas-Preise. Im Vergleich zu anderen Städten kommen die Münchner aber noch immer gut weg. Außerdem sticheln die Stadtwerke: In CSU-regierten Städten sei Erdgas am teuersten.

Von Dominik Hutter

Die Stadtwerke München erhöhen zum 1.Juli ihre Erdgaspreise um mehr als sechs Prozent. Hintergrund ist nach Auskunft des kommunalen Unternehmens der gestiegene Einkaufspreis auf den Weltmärkten - die Tarife seien, anders als bei vielen anderen Versorgern, 2009 in zwei Schritten um rund 32 Prozent abgesenkt worden und seitdem konstant geblieben.

Münchner Gaskunden müssen künftig mehr bezahlen.

(Foto: ddp)

Die Stadtwerke zählten auch weiterhin zu den bundesweit günstigsten Anbietern - eine Aussage, die CSU-Stadtrat Marian Offman anzweifelt. Nach seinen Informationen gibt es bundesweit vergleichbare Unternehmen, die Erdgas um bis zu 14Prozent billiger abgeben. "Warum das den Stadtwerken nicht gelingt, ist mir schleierhaft", erklärt der Politiker.

Nach Angaben der Stadtwerke steigen von Juli an die Kosten für einen durchschnittlichen Ein-Personen-Haushalt pro Monat um 3,15 Euro auf 54,35 Euro, das entspricht einem Plus von 6,2 Prozent. Beim Zwei-Personen-Haushalt sind es 6,3 Prozent (plus 5,08 auf 85,45 Euro), vier Personen zahlen sogar 6,4 Prozent mehr (plus 8,66 auf 143,22 Euro).

Die Beispiele beziehen sich auf das Vertragsangebot M-Erdgas M (brutto). Neu im Sortiment ist das Angebot M-Ökogas, für das die Stadtwerke den Werbeslogan "100 Prozent CO2-neutral" verwenden. Verbrannt werden muss freilich auch Ökogas - dies wollen die Stadtwerke aber durch den Kauf von CO2-Minderungszertifikaten aus Klimaschutzprojekten kompensieren. Die Tarife seien mit den "normalen" vergleichbar: Der Grundpreis ist wegen der Abwicklung im Internet etwas günstiger, dafür ist der Arbeitspreis höher.

Tariferhöhungen bei Gasversorgern sind laut Jürgen Scheurer vom Verbraucherportal Verivox derzeit nichts Ungewöhnliches. Scheurer weiß aktuell von 21 Gaspreiserhöhungen in den Monaten Mai bis Juli, und das Plus liege mit durchschnittlich 8,5 Prozent oberhalb dessen, was nun die Münchner Stadtwerke aufschlagen. Allerdings sei die Spanne im bundesweiten Vergleich sehr breit: So erhöhe ein Anbieter gleich um 18,8 Prozent, ein anderer dagegen senke die Tarife sogar ab - um 16,3 Prozent.

Auch der Energie-Informationsdienst (EID) hält Preiserhöhungen beim Erdgas für nachvollziehbar - sofern man den Ölpreis als Vergleichsmaßstab heranzieht, wie es in vielen Lieferverträgen immer noch festgeschrieben sei. Wer als Versorger allerdings flexibel sei, könne sich derzeit auch kurzfristig auf dem sogenannten "Spotmarkt" mit vergleichsweise preisgünstigem Gas eindecken, erinnert EID-Mann Heino Elfert. Dies, so versichern die Stadtwerke, sei allerdings in der Kalkulation mitberücksichtigt.

Im bundesweiten Vergleich, darauf beharren die Stadtwerke, kommen Münchner Gaskunden mit jährlich 1154 Euro sehr gut weg. In Berlin, so teilt das Unternehmen mit, koste Gas 1375 Euro, in Hamburg 1180 und in Dortmund 1388. Die Tarife, das belegen teilweise abweichende Verivox-Zahlen, sind aber oft nur schwer miteinander vergleichbar. Für die Stadtwerke belegen die Statistiken dennoch: Bayernweit sei Gas am teuersten in CSU-regierten Städten.