Von Berthold Neff und Sven Loerzer

Altgediente CSU-Politiker werden aus dem Rat gewählt - auch die SPD lässt Federn, die Grünen legen zu.

In der Schulklasse war es meistens gut, hinten zu sitzen, da kam man seltener dran. Wer allerdings in den Stadtrat will, muss auf der Liste, die sich aus dem Wählervotum vom Sonntag ergibt, möglichst weit vorn stehen - sonst ist der Einzug ins Rathaus nicht zu schaffen.

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Das gilt an diesem Montagabend insbesondere für die CSU, deren einst stolze Fraktion mit 30 Mitgliedern beim Stand von 868 ausgezählten Stimmbezirken auf nur noch 23 Sitze geschrumpft ist. Fraktionschef Josef Schmid, der die OB-Wahl gegen Christian Ude verlor, ist noch vorne dran, und auch sonst dominieren bei der CSU die bekannten Gesichter.

Bäckermeister Vinzenz Zöttl gehört zu den "Häufel-Königen", er wurde vom Listenplatz 34 auf die 10 vorgehäufelt. Bitter für die CSU aber ist, dass sie wichtige Köpfe verliert: Ihren finanzpolitischen Sprecher Thomas Schmatz und den kinder- und jugendpolitischen Sprecher Max Straßer. Die Seniorenbeauftragte Elisabeth Schosser, deren Listenplatz 35 aussichtslos war, wird es knapp nicht mehr schaffen, während Eva Caim, die Gesundheitssprecherin, gerade noch ins Rathaus zieht.

Zu den neuen Gesichtern bei der CSU gehört Georg Kronawitter - nicht verwandt mit dem Alt-OB von der SPD. Auch der Metzgermeister Georg Schlagbauer dürfte den Sprung in den Stadtrat machen. Tobias Weiß, der JU-Chef, wurde vom guten Platz 12 auf Platz 21 nach hinten durchgereicht.

Bei der SPD, die zwei ihrer bisher 35 Sitze einbüßte, war das Zähneklappern weniger laut. Erwischt hat es aber den Umweltsprecher Sven Thanheiser, der von Listenplatz 31 viel zu weit zurückfiel. Der Gewerkschaftssekretär Christoph Frey, der als Talent gilt, schaffte es von seinem Rang 33 nicht, aber Barbara Scheuble-Schaefer, seit 1978 im Stadtrat, übersprang vom Platz 36 aus mühelos die Hürde.

Für die Grünen, die ihre Sitze von 8 auf 11 steigern können, dürfen alle nochmals angetretenen Stadträte ins Rathaus zurückkehren. Außerdem verstärken der frühere Parteichef Florian Roth und der vor einem Jahr gewählte Nachfolger Florian Vogel die Fraktion.

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(SZ vom 04.03.2008/ngh)