Von Alfred Dürr

Im Olympiadorf und in Fröttmaning werden bereits Unterschriften gegen eine Fußballarena gesammelt

Der Widerstand der Bewohner des Olympischen Dorfes und der Pressestadt gegen einen möglichen Stadion-Neubau auf dem Gelände der Zentralen Hochschulsport-Anlage (ZHS) wird immer stärker.

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Erstmals haben sich Vertreter der Einwohner-Interessengemeinschaft und im Olympiadorf lebende Politiker verschiedener Parteien - darunter auch die Planungssprecher der großen Rathausfraktionen, Constanze Lindner-Schädlich (SPD) und Walter Zöller (CSU) - getroffen und eine "konzertierte Aktion" gegen die geplante Fußball-Arena in der Nachbarschaft beschlossen.

Mit "gebündelten Kräften" wolle man den Neubau jetzt "endgültig abwehren", so Christa Epe, die Vorsitzende der Eigentümer- Interessengemeinschaft. Bevor man juristische Schritte gegen das Stadion unternehme, werde man so schnell wie möglich eine Einwohnerversammlung einberufen. Bei einem Vorhaben solchen Ausmaßes dürften die Bürger nicht erst informiert werden, wenn die formalen Baugenehmigungsverfahren dies sowieso erforderten.

Einig waren sich alle Beteiligten der Runde, dass man gemeinsam den Klageweg bis in die letzte Instanz gehen wird und alle Schritte dabei abstimmt. Die Unterschriften-Aktion, die die örtliche CSU begonnen hat, soll überparteilich fortgesetzt werden, um vor allem Rathaus-Chef Christian Ude zu zeigen, wie stark sich die Bewohner gegen die Baupläne wehren.

Starke Bedenken gibt es aber gegen ein mögliches Anti-Stadion-Bürgerbegehren. Vor allem die SPD-Vertreter vermuten, der Schuss könne nach hinten losgehen, weil sich möglicherweise die Nachbarn anderer in die engere Wahl gekommener Stadionstandorte gegen das Olympiadorf verbünden - nach dem Motto: "Das ZHS- Gelände ist geradezu ideal für eine neue Fußball-Arena."

Die großen Vorzüge des ZHS-Geländes als Standort für ein neues Stadion sind vor kurzem auch wieder von Oberbürgermeister Christian Ude betont worden. Es werde kein "Monsterbau" auf dem ZHS-Gelände entstehen, der die Anwohner belästige, sagte er nach dem Treffen mit den Präsidenten der Bundesligavereine Bayern München und 1860 München.

Das sieht man im Olympiadorf völlig anders und überlegt sogar, mit einem Gerüst den gesamten Bauraum darzustellen, damit sich jeder einen Eindruck von der Höhe des Stadions und vom Flächenverbrauch verschaffen könne. Angesichts des Widerstands der Olympiadorf-Bewohner verstärkt sich auch im Rathaus der Eindruck, dass nur noch der weniger konfliktträchtige Standort Fröttmaning als Bauplatz übrig bleibt.

Doch auch dort regt sich Protest. Mehrere Hundert Unterschriften hat der Sprecher der Mietergemeinschaft Burmester-Bauernfeindstraße, Franz Obst, schon gesammelt. Und beim Standort Olympiapark-Süd scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Anwohner gemeinsam ihren Unmut über ein Großprojekt in ihrer Nähe formulieren.

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