Volleyball Bye, Blockmonster

Andre Brown, in Herrsching zum besten Mittelblocker der Bundesliga gereift, verlässt den Klub vom Ammersee in Richtung der Konkurrenz.

Von Sebastian Winter, Herrsching

Sie hatten es schon angedeutet, dass sie ihren besten Mittelblocker wohl nicht halten können. Eine Woche nach ihrem Aus gegen die United Volleys aus Frankfurt im Playoff-Viertelfinale ist nun klar, dass der Kanadier Andre Brown Herrschings Erstliga-Volleyballer verlässt. "Ich weiß nicht, wohin er geht, aber er wird nächste Saison nicht bei uns spielen", sagte TSV-Marketingmanager André Bugl der Süddeutschen Zeitung. Brown, zuvor in der finnischen Liga aktiv, war ein echter Glücksgriff für den Klub vom Ammersee. Der charismatische Kanadier mit dem Seitenscheitel, der dicken Silberkette und den rein modisch gesehen zumindest mutigen langen Stretchhosen unter der Trikotshorts entwickelte sich in seiner ersten Bundesliga-Saison zum besten Blocker der Liga. Und das mit Abstand.

Brown hat in der Hin- und Rückrunde die meisten Blocks erzielt, 72 insgesamt. Der Zweitbeste, Lüneburgs Michel Schlien, kam gerade mal auf 46 Blocks. Man darf den Kaugummi kauenden Mann aus Mississauga daher gut und gerne als furchterregendes Blockmonster bezeichnen, doch auch im Angriff und Aufschlag war er stark. Als einziger Mittelblocker der Liga kam er in der Scorer-Statistik als Neunter in die Top Ten. "Er war mit meilenweitem Abstand der beste Blocker und für uns nicht zu halten", sagte Bugl. "Andre muss mit Ende 20 nun die besseren Angebote nutzen, die er bekommt." Brown selbst postete nach der Niederlage in Frankfurt rührende Abschiedszeilen für Herrsching auf Instagram und schloss auf Deutsch: "Für immer in meinem Herzen."

In Außenangreifer Slawomir Zemlik verlässt ein weiterer Spieler den TSV. Der Pole beendet nach seinem im Herbst erlittenen Kreuzbandriss mit nur 25 Jahren seine Karriere.