Nationalmannschaft Thomas Müller - Pähl feiert seinen WM-Helden

Es müllert in Pähl: Thomas Müller trumpft bei der WM groß auf - und in seinem Heimatort herrscht Ausnahmezustand. Wie die Familie mit dem Ruhm des Nationalkickers umgeht.

Von Christian Deussing

Sie spürt es, wenn ihr Bub gut drauf ist. Wenige Stunden vor dem Auftakt der Fußball-WM in Südafrika hat Klaudia Müller aus Pähl mit ihrem Sohn noch telefoniert. Dieser wusste bereits, dass er in der Startelf gegen Australien auflaufen darf. "Ich habe an seiner Stimme und den Späßchen gemerkt, wie prima mein Sohn aufgelegt war", erzählte am gestrigen Montag die Mutter, die am Telefon glücklich wirkt.

Sie sind stolz auf Nationalkicker Thomas Müller: Mutter Klaudia und der kleine Bruder Simon haben beim WM-Spiel gegen Australien mitgefiebert.

(Foto: Georgine Treybal)

Nicht verwunderlich, denn ihr Sprössling Thomas hatte am Sonntagabend einen grandiosen Auftritt im ersten Gruppenspiel. Und sie weiß: Wenn Thomas gute Laune hat und sich wohl fühlt, dann ist bei ihm alles möglich.

Netterweise heißt der Vater des 20-jährigen Stars von Bayern München, der im beschaulichen Pähl aufgewachsen ist, Gerhard Müller. Der BMW-Ingenieur dürfte daher in diesen Tagen noch öfter "Gerd" gerufen werden als sonst. Die Leute denken eben gern ans "Müllern" und den Bomber der Nation als Namensvetter.

Thomas, der Senkrechtstarter im deutschen Fußball und vor einem Jahr noch Amateurspieler, gilt aber als bodenständiger Typ. Es klingt klischeehaft, es scheint indes zu stimmen. "Sollte er abheben, sorgen wir dafür, dass dies nicht passiert", betont die Mutter, die häufig SMS-Botschaften mit ihrem Thomas austauscht. Worüber genau, will die 46-Jährige allerdings nicht verraten. Das seien private Dinge neben dem Fußball.

Die Stunden vor dem Spiel verbrachten die Eltern des Jungnationalspielers beim Musikfest in Pähl, während Thomas' Bruder Simon die Leinwand auf der Terrasse von Verwandten im Dorf aufbaute. "Ich war vor dem Spiel wieder sehr nervös und verfüge leider nicht über das Nervenkostüm meines Sohnes", erzählt die Pählerin ganz ausgelassen.

Erst kurz vor dem Anpfiff trafen die Eltern des späteren Torschützen zum 3:0 bei der Nichte ein, um mit dem großen Familienclan das rauschende Spiel zu erleben.