Handball Christian Sorger kommt zurück

"Das Verhältnis zum Team und der Abteilung war immer intakt", sagt Christian Sorger, 36, der sich bereits mit der nächsten Saison beschäftigt.

(Foto: oh)

TSV Unterhaching stellt seinen Trainer für die nächste Saison vor

Von Ralf Tögel, Unterhaching

Geschwindigkeit ist im Handballsport eine im Grundsatz elementare Sache. Auf dem Spielfeld. Bei der Trainersuche muss die schnellste Lösung nicht immer die beste sein, das ist zwar kein Grundsatz, hat sich aber schon oft bewahrheitet. Ende Januar hatte der TSV Unterhaching mitgeteilt, dass Marco Müller sein Traineramt aus beruflichen Gründen aufgeben müsse. Das kam überraschend, vor allem deshalb, weil Müller seine Tätigkeit mit sofortiger Wirksamkeit beendete, obgleich die berufliche Neuorientierung des Trainers im kommenden Sommer das nicht zwingend erfordert hatte. Wer mit Müller sprach, konnte zwischen den Zeilen hören, dass er mit dem Ergebnis seiner Arbeit auch nicht rundum zufrieden war. Man sei "sehr hohen Zielen hinterhergerannt", diesen aber aufgrund enormer Leistungsschwankungen nicht gerecht geworden. Er erwartete sich auch einen neuen Impuls von seinem Rücktritt, für Müller übernahm Gregor Christoforis.

Nichts Neues, kann man sagen, der stellvertretende Abteilungsleiter hat bereits zweimal den Interimstrainer gegeben, der 47-Jährige kennt die Mannschaft genau. Das Ganze ging sehr geräuschlos über die Bühne, entsprechend unaufgeregt gehen die Planungen weiter. Bereits jetzt ist die Trainerfrage für die kommende Saison geklärt: Christian Sorger wird den Bayernligisten wieder übernehmen, er war Müllers Vorgänger, auch er musste berufsbedingt weichen: Sorger ging für zwei Jahre in die USA. "Wir wollten vor allem eine gute, keine schnelle Lösung finden", sagt Abteilungsleiter Christoph Ernesti, nun habe "beides geklappt". Christoforis wird die Saison zu Ende bringen, möglichst unaufgeregt, doch hier liegt die einzige Unbekannte: Wie dieses Ende aussehen wird, das muss die Mannschaft bestimmen, mahnt Ernesti. "Die Spieler müssen sich entscheiden, ob sie 90 oder 110 Prozent bringen", fordert der Abteilungsleiter. 90 Prozent würden nicht genügen, das habe die Saison bisher gezeigt. Der TSV war ambitioniert gestartet, wollte ein Wörtchen oben mitreden. Nun aber findet sich Unterhaching im Abstiegskampf wieder, die Situation ist durchaus besorgniserregend. Drei Absteiger sind fix, je nach Konstellation in der Regionalliga könnte ein Vierter hinzukommen. Auf diesem viertletzten Platz steht der TSV, mit immerhin fünf Punkten Polster auf den ersten sicheren Abstiegsplatz. Allerdings ist es nach oben eng, zum Sechsten Rimpar II fehlen nur vier Zähler.

"Wir müssen noch ein paar Spiele gewinnen, das ist klar, aber das Team wird das schaffen", sagt Interimstrainer Christoforis, der daran erinnert, dass man die jüngsten drei Niederlagen in Serie gegen Spitzenteams habe hinnehmen müssen. Vom Samstagsspiel in Landshut wird Sorger ein Video bekommen, er will sich schon jetzt ein genaues Bild von der Mannschaft machen: "Nach zwei Jahren Pause freue ich mich, wieder in Haching zu sein", sagt Sorger, er habe die Entwicklung des Klubs nie aus den Augen verloren: "In den kommenden Wochen will ich das intensivieren." Sorger sei bereits in die Planungen für die kommende Saison involviert, berichtet Abteilungsleiter Ernesti. Denn seine Eingewöhnungsphase darf durchaus schnell vonstattengehen.