Fußball-Regionalliga Willkommen im Schneematsch

Stabil gestanden: Nur die Chancenverwertung der Sechziger (unten Nicolas Andermatt) blieb mäßig.

(Foto: imago)

Nach ihrer Indien-Reise muss sich die U21 der Löwen mit einem 0:0 in Fürth begnügen

Von Christoph Leischwitz

Die Akklimatisierung nach der Rückkehr sei gut verlaufen, erzählt Daniel Bierofka. Nach Indien zu fliegen, dort Fußball zu spielen und zu trainieren, das sei schlimmer gewesen, als umgekehrt dreieinhalb Wochen später wieder im Schnee zu landen. "Als wir dort ankamen, hat's mir drei Spieler fast umgehauen wegen der Hitze", erzählt der U21-Trainer des TSV 1860. Vergangenes Wochenende kehrte die Mannschaft vom Einladungsturnier in Kozhikode zurück, am Mittwochabend stand das Regionalliga-Nachholspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth II an.

Einladend kann das Szenario auf die sonnenverwöhnten Löwen nicht gewirkt haben: Der Schnee auf dem Rasen am Fürther Ronhof wurde von kaltem Regen weggeschwemmt, ein Bagger stand neben der altehrwürdigen Haupttribüne, die gerade abgerissen wird. Umgehauen hat es allerdings niemanden in diesem Ambiente, zu dem das Endergebnis ganz gut passte: "Ein gutes 0:0", befand Bierofka. Er war mit dem Punkt auswärts zufrieden.

Für die Sechziger geht es auf Tabellenplatz acht liegend um nicht mehr viel in dieser Restrunde, ein paar Punkte sollten möglichst bald noch eingespielt werden, um nicht noch in den Abstiegskampf hineinzurutschen. Darüber hinaus kann sich Bierofka voll und ganz auf die Entwicklung seiner Spieler konzentrieren. Und das trifft vor allem für jene zu, die aufgrund von Weggängen in den Profikader erst kürzlich zu Stammspielern wurden. Lucas Genkinger zum Beispiel trat nach einem Mittelfußbruch zum ersten Mal seit Mitte September wieder in einer Regionalliga-Partie an, der 20-jährige Verteidiger musste dabei wegen der Personalnot im defensiven Mittelfeld auf der Sechserposition ran. "Er hat seine Sache sehr gut gemacht", sagte Bierofka, man habe ihn in den vergangenen vier Wochen auf dieser Position geschult.

Ähnlich zufrieden ist er mit Offensivspieler Simon Seferings, der in Fürth beinahe die Führung erzielt hätte. Der ehemalige Jugendspieler des FC Bayern, vergangene Saison noch für den SV Heimstetten aktiv, traf in der 16. Minute mit einem abgefälschten Schuss vom Strafraumrand allerdings nur den Pfosten. "Er bringt etwas mit, was uns in der Saison oft gefehlt hat: Torgefahr aus dem Mittelfeld heraus", sagt der Trainer. Weitere gute Möglichkeiten vergab in der Schlussphase Jimmy Marton, der im ersten Testspiel nach der Indien-Reise beim 3:0 gegen den TSV Buchbach noch zwei Tore erzielt hatte. Marton bekommt nun mehr Einsatzzeit, weil in Florian Pieper ein Konkurrent im Sturm mit einem Kreuzbandriss lange ausfallen wird. "Immerhin erspielt er sich die Chancen", sagte Bierofka über Marton.

Spielerisch seien sie den Fürthern insgesamt überlegen gewesen, die Gastgeber hätten ihre Chancen vor allem nach Standardsituationen gehabt. Einzig bei der Chancenauswertung besteht unmittelbarer Verbesserungsbedarf. Die nächste Gelegenheit, die Abschlüsse zu verbessern, hat die Mannschaft am Samstag (14 Uhr, Grünwalder Stadion) gegen die U21 des 1.FC Nürnberg, in ihrem ersten Heimspiel des Jahres. Winterliche Bedingungen machen ihm keine Sorgen, sagt Bierofka. Sollte der Boden sehr tief sein, "dann kann man ja sein Spiel dementsprechend anpassen".