Fußball Neuried sagt Nein

Hoffnungsvoller Blick nach Heimstetten: Theo Liedl.

(Foto: Claus Schunk)

Pullach hat weiter keinen Platz für die Regionalliga, aber einen Plan B

Von Ralf Tögel, Pullach

"Damals war die Nachricht schon ein Nackenschlag für die Spieler", erinnert sich Theo Liedl. Damals, im März 2015, hatte sich Pullach eine glänzende Position im Kampf um die Bayernliga-Meisterschaft erspielt, man prüfte die Möglichkeit, den Aufstieg in die Regionalliga zu realisieren. Um zu erkennen, dass die umfangreichen Bestimmungen des Bayerischen Fußballverbands (BFV) nicht zu erfüllen waren, wie sich der SV-Manager erinnert. Ein Stadionausbau war zu teuer, Nachbarvereine sagten ab. Das vorzeitige Aus im Aufstiegsrennen zeigte Wirkung, der SV Pullach brach ein.

Auch in dieser Saison ist die Meisterschaft ein Thema, Pullach ist Dritter, punktgleich mit dem Zweiten Sonthofen, dieser Platz berechtigt zur Aufstiegsrelegation. Auch Platz eins, den Garching innehat und der zum direkten Aufstieg berechtigt, ist in Reichweite. Frühzeitig hatten sich die Pullacher umgesehen, es hatte aussichtsreiche Gespräche mit dem TSV Neuried gegeben, sogar eine Stadionbegehung mit dem BFV. Doch nach eingehender Prüfung sagte Neuried die mögliche Kooperation nun ab: "Es tut uns für den SV Pullach und seine engagierten Vertreter sehr leid. Gerne hätten wir unseren Nachbarn geholfen", heißt es in einer Mitteilung des TSV vom Freitag. Ein Déjà-vu für den SV Pullach?

Nicht ganz, sagt Pullachs Trainer Frank Schmöller. Die Mannschaft sei bereits informiert und "wird anders mit der Situation umgehen." Zudem gebe es "einen Pan B". Man sei seit längerem auch in Kontakt mit dem SV Heimstetten, "jetzt muss man sehen, wie sich die Dinge entwickeln", sagt Liedl. Eventuell könnte der SV dort eine neue Heimat finden.

Dem TSV Neuried jedenfalls machen weder Manager noch Trainer des SV Pullach einen Vorwurf, im Gegenteil: "Das war ein großer Einsatz, für den man sich nur bedanken kann", findet Liedl. "Man kann dem Verein nur Respekt und Dankbarkeit ausdrücken", sagt Schmöller. Doch auch für Neuried mit seiner schmucken Sportanlage sind die BFV-Anforderungen zu hoch: "Wir hätten unseren Nachbarn sehr gerne geholfen, aber nach reichlicher Abwägung aller Punkte mussten wir uns im Sinne des TSV Neuried und seiner Mitglieder gegen eine Verpachtung des Vereinsgeländes an den SV Pullach entscheiden", erläutert Neurieds Vorstandsmitglied Marion Höhne.

Der BFV hatte unter anderem Nachbesserungen bezüglich der Parkplatzsituation, einen Ausbau der Tribüne für 2500 Besucher, ein Tribünendach für mindestens 100 Sitzplätze, einen komplett umzäunten Gästeblock für 250 Zuschauer, erweiterte Fluchtwege, eine komplette Bandenumrandung des Spielfelds sowie einen TV-Hochsitz mit Überdachung gefordert. Kurzfristig sei das nicht umzusetzen, zudem bestehe ein Planungsrisiko: "Keiner kann absehen, wie lange Pullach nach einem Aufstieg in der Regionalliga verbleibt und damit in Neuried spielen wird", sagt Höhne. Es bleibt bei Plan B, sagt Liedl nun, und bei guten Wünschen des TSV Neuried: "Wir hoffen, dass Pullach im Falle eines Aufstieges eine Alternative findet", sagt Höhne. Vielleicht in Heimstetten.