Fußball-Landesliga Unentschieden mit einem Sieger

Was hätte das für ein schönes Torschuss-Foto von Michael Vodermeier werden können. Wenn sich nicht noch Ismanings Torhüter ins Bild gedrängt hätte.

(Foto: Claus Schunk)

Das 1:1 im Spitzenspiel hilft Deisenhofen mehr als Ismaning

Von Stefan Galler, Oberhaching

Peter Schmidt war gerade dabei, das Erlebte in Worte zu fassen und die Punkteteilung im Spitzenspiel zu analysieren, da steuerte Mijo Stijepic direkt auf den Trainer des FC Deisenhofen zu. Der Mittelstürmer des FC Ismaning streckte ihm die Hand hin und sagte voller Anerkennung: "Ein sehr sehr gutes Team habt ihr."

Es war das Fazit eines Enttäuschten, denn so gerecht das 1:1 zwischen dem Tabellenführer der Fußball-Landesliga Südost und dessen erstem Verfolger auch gewesen sein mochte: Letztlich nützt es dem FCD deutlich mehr als den Gästen aus der Krautgemeinde. Der Abstand bleibt bei sechs Punkten, entsprechend gut war die Stimmung bei den Verantwortlichen. "Wir mussten nicht zwingend auf Sieg spielen", sagte also Peter Schmidt, nachdem sich Stijepic auf den Weg in die Kabine gemacht hatte. "Sechs Punkte sind sechs Punkte." Und Franz Perneker, Deisenhofens Manager und gleichzeitig auch der größte Fan des Teams, grinste von einem Ohr zum anderen, als er die Spieler abklatschte und anschließend den Coach herzlich umarmte.

Kurz danach schlenderte Xhevat Muriqi Richtung Parkplatz und sah - kaum überraschend - weit weniger glücklich aus als die Vertreter des Gegners. Der Trainer des FC Ismaning war enttäuscht über das Ergebnis, auch wenn er beteuerte, es komme "nicht auf dieses eine Spiel an". Doch der Verein hat sich im Winter verstärkt mit gestandenen Spielern wie Verteidiger Daniel Steinacher, Allrounder Tobias Killer und Nachwuchsstürmer Ivan Vidovic. Und wollte mit diesen Zugängen noch einmal angreifen im Kampf um den Meistertitel. Und so musste Muriqi dann doch noch einräumen, dass die "Jungs enttäuscht" seien nach dem Remis: "Wir können es jetzt nicht mehr ändern und nur hoffen, dass Deisenhofen noch Punkte liegen lässt." Den Gefallen will Schmidt dem Kollegen jedoch nicht tun: "Dieses Spiel war für uns auch eine Reifeprüfung, wie wir unter Druck vor einer größeren Kulisse gegen eine Klassemannschaft bestehen", sagte der FCD-Trainer. "Jetzt haben wir noch elf solcher Reifeprüfungen, dann werden wir sehen, ob es gereicht hat."

Es war durchaus schade, dass diese Begegnung, die einen großen Rahmen verdient gehabt hätte, auf dem rund 50 Meter vom Hauptplatz entfernten Kunstrasen im Deisenhofener Sportzentrum ausgetragen werden musste. Die 350 Zuschauer standen dicht gedrängt am Rand des umzäunten Käfigs, die Reservespieler hatten sichtlich Mühe, sich ausreichend Platz für ihre Aufwärmübungen zu schaffen. Und selbst wenn die Platzverhältnisse selbstredend besser waren als das auf dem durchweichten Naturrasen im Stadion der Fall gewesen wäre, machten alleine die geringeren Ausmaße der Spielfläche hohes Tempo unmöglich. Die Gastgeber kamen zunächst besser zurecht, dennoch ging der FCI durch den unverwüstlichen Stijepic in Führung, als er nach Zuspiel von Alexander Auerweck durch einen abgefälschten Schuss Torwart Maximilian Angerbauer überwand (21.). Gut zehn Minuten später wurden dann die Bemühungen der Gastgeber von Erfolg gekrönt, allerdings musste dazu ein Gewaltschuss herhalten, mit dem Michael Vodermeier die Kugel aus rund 20 Metern in den Maschen versenkte.

Womit klar war, dass der FCI nicht mit halber Kraft zum dreifachen Punktgewinn kommen würde. Dementsprechend schaltete die Muriqi-Elf nach dem Wechsel einen Gang höher. Stijepic zielte nach guter Kombination knapp vorbei (58.), Kapitän Alexander Buch fand nach seiner Einzelleistung keinen Abnehmer (60.), in der Schlussphase setzte der eingewechselte Vidovic einen Kopfball knapp vorbei (80.). Einen Auerweck-Aufsetzer konnte Angerbauer parieren, ebenso wie einen Stijepic-Schuss nach sehenswertem Solo, den der Deisenhofener Keeper spektakulär über die Latte lenkte (87.). Aber auch der FCD hatte seine Chancen, etwa als Luca Tschaidse von links aufs Tor zustürmte, sich den Ball jedoch zu weit vorlegte (61.). Oder als Vodermeier abzog und Markus Mayer den Abpraller nicht verwerten konnte (65.). "Mit ein bisschen Glück hätten wir gewinnen können", sagte FCD-Coach Schmidt. "Und mit ein bisschen Pech hätten wir verlieren können."