Formsache Radler mit Reinheitsgebot

Lothar Ebbertz, 54, promovierter Diplom-Kaufmann, geboren in Aachen, ist seit 2001 Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes.

(Foto: oh)

Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, über Bestzeiten, Angstgegner und die WM-Elf '74

SZ: Sport ist . . .

Lothar Ebbertz: Eine wundervolle Möglichkeit, abzuschalten und den (g)rauen Alltag auszublenden.

Ihr aktueller Fitnesszustand?

War schon besser - aber ich war auch schon jünger.

Felgaufschwung oder Einkehrschwung?

Warum "oder", wenn auch "und" geht: zum Beispiel mit dem Rad zum Biergarten.

Sportunterricht war für Sie?

Angstgegner, wenn Geräteturnen auf dem Programm stand, und Grund zur Freude, als es später um Leichtathletik und Basketball ging.

Ihr persönlicher Rekord?

Mit 20 bin ich die 5000 Meter in 17:32 Minuten gelaufen. Mein erster Halbmarathon mit 45 Jahren in 1:43 Stunden war zwar viel langsamer - aber ich war mindestens genauso stolz!

Stadion- oder Fernsehsportler?

Weder noch. Ich habe das Selbermachen dem Zusehen immer vorgezogen.

Bayern oder Sechzig?

Ganz ehrlich: Ich freue mich, wenn wenigstens auf Bayern-Klassik am Samstag keine Fußballspiele übertragen werden.

Ihr ewiges Sport-Idol?

Der 400-Meter-Hürdensprinter Harald Schmid (Europameister 1978, '82 und '86, Olympia-Bronze 1976 und '84, d. Red.).

Ein prägendes Erlebnis?

Die Fußball-WM 1974. Bis heute bekomme ich von der damaligen deutschen Mannschaft mehr Spieler zusammen als von den Mannschaften 1990 oder 2014.

In welcher Disziplin wären Sie Olympiasieger?

Einarmiges Reißen in der 500-ml-Klasse - nein, Spaß beiseite: Der liebe Gott hat mich mit vielerlei Fähigkeiten beschenkt - aber keine ist so ausgeprägt, dass es aufs Treppchen reichen würde.

Mit welcher Sportlerin/welchem Sportler würden Sie gerne das Trikot tauschen?

Als nichtbayerischer Nichtbrauer die Geschäfte des Bayerischen Brauerbundes - und dann noch im Jahr des 500. Geburtstages des bayerischen Reinheitsgebots - führen zu dürfen, ist eine wundervolle Aufgabe. Die Herausforderungen sind bisweilen auch durchaus als "sportlich" zu bezeichnen. Ein Tausch kommt trotzdem nicht in Frage.

Unter der Rubrik "Formsache" fragt die SZ jede Woche Menschen nach ihrer Affinität zum Sport. Künstler, Politiker, Wirtschaftskapitäne - bloß keine Sportler. Wäre ja langweilig.