FC Ismaning gegen BCF Wolfratshausen Zorn des Bademeisters

Ausgeknockt: Ismanings Manuel Ring und Wolfratshausens Andrej Skoro in Käferposition.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Weil der FC Ismaning beim BCF Wolfratshausen eine 3:0-Führung aus der Hand gibt, ist Trainer Elfinger sauer. Kollege Stier freut sich über die Rückkehr seiner Mannschaft und ein 3:3-Unentschieden.

Von Stefan Galler, Wolfratshausen

Noch tags darauf war Rainer Elfinger kaum zu beruhigen. "Ich bin total angefressen, habe einen dicken Hals", sagte er knapp 20 Stunden nach dem Bayernligaspiel seines FC Ismaning beim BCF Wolfratshausen. "Das war anfängerhaft und dumm, wir haben gespielt wie im Schwimmbad, einfach nicht seriös."

Nun ist Elfinger im Hauptberuf Lehrer und dementsprechend darauf gepolt, konstruktiv mit Schwächen seiner Schüler umzugehen. Die Tatsache jedoch, dass der FCI am Samstag eine 3:0-Führung aus der Hand gab und am Ende mit einem 3:3-Remis Vorlieb nehmen musste, brachte ihn derart in Wallung, dass er aus dem Schimpfen gar nicht mehr heraus kam.

Wenig überraschend war die Stimmungslage nach dem denkwürdigen Spiel bei Elfingers Gegenüber völlig konträr: "Wie wir heute zurückgekommen sind, welch Mentalität wir gezeigt haben, das war schon richtig geil", sagte BCF-Coach Marco Stier.

Dabei hatten zunächst die Farcheter die besseren Szenen, etwa als Angelo Hauk im Strafraum eingesetzt, jedoch gerade noch geblockt wurde (2.). Doch die Ismaninger wurden im Minutentakt stärker, störten den Spielaufbau der Gastgeber früh und zwangen diese dadurch immer wieder zu Fehlpässen in der Spieleröffnung. "Wir haben die Spielweise von Wolfratshausen im Vorfeld analysiert und das in den ersten 35 Minuten perfekt umgesetzt", so Elfinger.

So auch in der 18. Minute, als BCF-Verteidiger Michael Ott unter Druck gesetzt wurde und die Kugel an Mijo Stijepic verlor, dieser Maximilian Siebald an die Grundlinie schickte, der dann ideal flankte - Bastian Fischer musste am zweiten Pfosten nur noch abstauben. Die Stier-Elf schien richtiggehend gelähmt zu sein, keine fünf Minuten später spielte Gianfranco Soave einen Vertikalpass durchs Mittelfeld, Manuel Ring steckte weiter durch für Stijepic, der aus 13 Metern Torwart Alexander Heep überwand - 0:2 (22.). Und als Siebald von Lars Nummer im Strafraum zu Fall gebrachte wurde, erhöhte der FCI-Kapitän selbst per Elfmeter auf 3:0 (34.), obwohl Stier unmittelbar zuvor bereits seine beiden Sechser ausgewechselt hatte: Mustafa Kantar und Sebastian Schnabel kamen für Anto Bonic und Wilson Onyemaeke. "Das war richtig desolat zwischen Minute 15 und 35", grantelte Stier: "Da hätten wir uns auch fünf, sechs Stück einfangen können, defensiv eine einzige Katastrophe."

Die Ismaninger ließen dann unerklärlicherweise etwas nach - und leisteten sich die womöglich entscheidende Konzentrationsschwäche: Vorne ließ Ring eine Chance liegen, hinten konnten Clemens Kubina, Tobias Killer und Kollegen die Situation nicht klären, Sandro Wolfinger staubte schließlich in der Mitte zum 1:3 ab - "aus dem Nichts" (Elfinger) war der BCF wieder im Spiel. "Wir müssen einfach nur das taktische Foul ziehen, dann passiert gar nichts", sagte der FCI-Coach. Womöglich dachten seine Spieler noch an diese Situation zurück, als sie in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gleich den nächsten Nackenschlag kassierten: Der Ex-Ismaninger Ott schlug einen langen Freistoß aus dem linken Halbfeld in den Sechzehner, die Abwehr klärte schlecht und Angelo Hauk traf aus zwölf Metern genau in den Winkel. "Den hat er nicht voll getroffen, genau deshalb war er nicht zu halten", so Elfinger.

Anstatt 3:0 hieß es zur Pause also nur noch 3:2, für die Ismaninger nahm der Ärger allerdings auch in Abschnitt zwei kein Ende. Zuerst wurde ein möglicher Strafstoß nach einer Attacke gegen Yemi Oyewoie nicht gegeben (54.), eine Viertelstunde später folgte schließlich das 3:3 des BCF, eingeleitet von Jona Lehr und Andrej Skoro, abgeschlossen abermals vom starken Hauk. "Ein Ping-Pong-Ball, den wir nicht verteidigen können, es kotzt mich an", polterte Elfinger, der am Ende sogar noch froh sein musste, dass Killer einen möglichen Konter der Gastgeber gerade noch stoppen konnte. "Wahnsinn, da hätten wir es sogar verlieren können." Marco Stier atmete erst einmal durch: "Herzinfarktgefahr für die Trainer, das hätte auch 7:9 ausgehen können."