Eishockey Wieser ersetzt Mitkevics

Der EHC Klostersee geht mit neuem Trainer in die Endphase der Oberliga-Saison

Von Johannes Schnitzler, Grafing

Vermutlich wusste Andzejs Mitkevics am Sonntag schon, dass es so nicht weitergehen kann. Nicht weitergehen darf. Dass es so nicht weitergehen würde. Nach dem 2:6 gegen die Tölzer Löwen saß der Lette mit leerem Blick im VIP-Stüberl des Grafinger Eisstadions und musste zugeben, dass er keine Erklärung für die indiskutablen ersten 40 Minuten seiner Mannschaft hatte. Nach zwei Dritteln lag sein Team 0:6 zurück. "Warum das so ist? Ich weiß es nicht", sagte der 38-Jährige.

Der EHC Klostersee steht nach 35 von 44 Punktspielen auf dem vorletzten Tabellenplatz der Eishockey-Oberliga Süd, er befindet sich nicht in Abstiegsgefahr, weil in dieser Saison kein Klub aus der Liga absteigt. Aber angesichts der trostlosen Leistung - die auch durch ein 2:0 im letzten Drittel nicht freundlicher wirkte - wächst die Sorge, der EHC könnte sogar noch die Pre-Playoffs verpassen, an denen die besten zehn Teams teilnehmen - von elf. Am Donnerstag entschieden Mitkevics und der Verein dann, dass es wohl besser wäre, eine Veränderung vorzunehmen: Mitkevics ist nicht länger Cheftrainer des EHC Klostersee, laut Präsident Alexander Stolberg soll er aber "dem Verein erhalten bleiben". Denkbar ist, dass der ehemalige Nachwuchscoach zur Jugendarbeit zurückkehrt. Sein Vertrag läuft bis 2017.

Mitkevics' Nachfolger wird bis zum Saisonende der bisherige Nachwuchstrainer Johannes Wieser, 36, der seine Karriere als Stürmer 2009 beim EHC beendet hatte. 2012 half er aus Personalnot noch einmal aus für zwölf Partien, ehe er seine Laufbahn nach 405 Spielen für Klostersee und insgesamt 555 Partien in der zweiten und dritten Liga endgültig beendete. Nun springt er in neuer Rolle also wieder ein. Bereits am Donnerstagabend sollte Wieser das Training leiten. Erster Gegner am Freitag (20 Uhr, Grafing): Tabellenführer EV Regensburg mit dem ehemaligen EHC-Coach Doug Irwin.